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Vertrieb

'Wir müssen das Vertriebssystem erhalten'

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Hamburg, 24. August 2011 – „Das Abonnement ist eine besondere, wertvolle Form der Kundenbeziehung, auf die wir stolz sein können und die wir pflegen müssen“, stimmte Ludwig von Jagow, Geschäftsführer Vertrieb im VDZ, die 200 Teilnehmer in seiner Eröffnung auf den 3. Dialogmarketing-Tag in Hamburg ein. In Ergänzung machte Manfred Braun, Leiter des Unternehmensbereichs Zeitschriften und Verlagsgeschäftsführer NRW der WAZ Mediengruppe und Vorsitzender des Fachverbands „die Publikumszeitschriften“, in seiner Begrüßung die Gemeinsamkeiten des Handels- und des Direktgeschäfts deutlich: „Das deutsche Vertriebssystem hat einen einmaligen Wert. Welches andere Produkt als Presse kann bin-nen einer Woche an 120.000 Verkaufsstellen sein?“ Es lohne sich, für dieses System zu kämpfen, es zu gestalten und dieses weder juristischen Verfahren noch politischen Initiativen zu überlassen: „ Wir haben dieses Vertriebssystem aufgebaut und wir müssen es auch erhalten.“

Das digitale Modernisierungspotential im Abo-System der Verlage stand darauf im Mittelpunkt des Vortrags von Christian Hoffmeister, Geschäftsführer Bulletproof Media. Aus dem von ihm in Zusammenarbeit mit dem VDZ verfassten neuen White Paper „Digital Change in der Kundengewinnung und –bindung“ werden umfassende Handlungsfelder bei Kundengewinnung und Kundenbindung identifiziert: „Ihre Print-Vertriebsstärke brauchen die Verlage auch digital“, so Hoffmeister. Er plädierte für Kundencenter, die den Leser mehr in den Mit-telpunkt stellen. „Nutzen Sie die gigantischen Chancen, die gerade Verlage haben, weil deren Kunden die Verlags-Produkte besonders schätzen. Es gibt viel Potential in der Kundengewinnung.“ Weitere wichtige Aspekte zeigte Silvia Mühlbach, Senior Consultant im Siegfried Vögele Institut, mit ihrer Blickverlaufsstudie zur Bedeutung von effizienten Webseiten für die Abo-Gewinnung.

Liz Schimel, Meredith Corporation, erläuterte per zugeschaltetem Video-Interview den integrierten breiten Vertriebsansatz ihres Unternehmens. Meredith versteht sich als eine „content creating company“, deren Inhalte auf allen Plattformen vertrieben wird. In wenigen Jahren rechnet Schimel damit, die Verlagsprodukte bis zu 40 Prozent auf digitalen Plattformen zu distribuieren.

Welche Herausforderungen die meist regional geprägten Kundennamen und –daten in ei-nem immer globaleren Geschäft bedeuten, schilderte Dr. Holger Wandt, Principal Advisor, Human Inference, unter dem Titel „Die intelligente Interpretation von Kundendaten“. Sein Fazit: „Mit einer Datenqualitätsstrategie können Prozesse effizienter gemacht und Kosten gesenkt werden. Es ist nicht einfach, Qualität zu schaffen, noch schwerer, sie zu halten.“

Unter dem Titel „Direktmarketing auf den Punkt gebracht“ erläuterte Rechtsanwalt Dr. Reinhard Gärtner relevante Fälle und Entscheidungen rund um die für das Direktmarketing erfor-derliche Einwilligung. Er plädierte für eine präzise Fassung dieses Instruments, um sichere Grundlage zu haben. Die positiven juristischen Entscheidungen des vergangenen Jahres sollten die Verlage für das double-opt-in nutzen, so Gärtner im anschließenden Gespräch mit dem Vertriebsexperten Philipp Woermann, Leiter Direktkundenmarketing, Mitglied der Ge-schäftsleitung von DPV Direct.

Der Dialogmarketingtag wird morgen von 9:00 Uhr bis 12:30 fortgesetzt. Unter dem Hashtag #dmt3 @vdzpresse können Sie auf Twitter die Echtzeitberichterstattung direkt aus der Ver-anstaltung verfolgen.