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Verleger sehen BBC als Vorbild

Medienpolitik Erstellt von Eva-Anabelle v.d. Schulenburg

Die Topnachricht des Tages ist die geplante Selbstbeschränkung der BBC im online-Markt. Sie ist die Blaupause für die ARD, ihre Pläne für kostenlose Apps aufzugeben und in die Zukunftsmärkte der Zeitungs- und Zeitschriftenverleger einzugreifen.

Die Topnachricht des Tages ist die geplante Selbstbeschränkung der BBC im online-Markt. Sie ist die Blaupause für die ARD, ihre Pläne für kostenlose Apps aufzugeben und in die Zukunftsmärkte der Zeitungs- und Zeitschriftenverleger einzugreifen. Während die ARD den Ausbau ihres online-Angebots unter anderem mit Plänen für tagesschau.de, sportschau.de und ard.boerse.de  massiv vorantreibt, verschließt der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Großbritannien den ordnungspolitischen Argumenten der Verleger nicht. Die BBC erkennt an, dass sie mit diesem Angebot dem Aufbau neuer Geschäftsfelder, auf die die Verlage im Umbruch dringend angewiesen sind, schaden würde. Dagegen bestreitet gerade die ARD beharrlich und unbeeindruckt von allen sachlichen Hinweisen eine solche Wirkung ihrer geplanten Gratis-Apps. Sie hält diese ungeachtet des Dreistufentests für eine selbstverständliche Ausweitung ihres Wirkungskreises. Was in Großbritannien gilt, gilt in Deutschland nicht minder: Die ungebremste Expansion des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in die Bereiche des Internets nimmt den privaten Medien die Luft zum Atmen.

Die BBC hatte geplant, smartphone services einschließlich einer Berichterstattung über die Fußball-Weltmeisterschaft im April zu starten. Vor einigen Wochen war bekannt geworden, dass die BBC ihr Online-Budget um 25 Prozent kürzen wird. Die Gebührenfinanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist ein Privileg. Dieses zu erhalten, setzt Augenmaß und Sensibilität für das Machbare voraus. Die ARD ist aufgefordert, dem Beispiel der BBC zu folgen.