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Vertrieb

Verlage überprüfen den Bahnhofsbuchhandel

Print & Digital Vertrieb Erstellt von Eva-Anabelle v.d. Schulenburg

Der Bahnhofsbuchhandel mit seinen aktuell etwa 500 Verkaufsstellen an rund 360 Standorten in Deutschland ist für Presseverlage aufgrund der hohen Kundenfrequenzen und breiten Präsenzsortimente ein besonderer Vertriebskanal,

Der Bahnhofsbuchhandel mit seinen aktuell etwa 500 Verkaufsstellen an rund 360 Standorten in Deutschland ist für Presseverlage aufgrund der hohen Kundenfrequenzen und breiten Präsenzsortimente ein besonderer Vertriebskanal, der neben dem vom Presse-Grosso belieferten Einzelhandel einen Sonderstatus hat. Besonderes Merkmal dieses Sonderstatus ist die Direktbelieferung durch die Verlage und die höhere Handelsspanne gegenüber dem vom Presse-Grosso belieferten Einzelhändler. An diesen Sonderstatus sind als Voraussetzung besondere Direktbelieferungskriterien (BB-Kriterien) geknüpft, die dem Bahnhofsbuchhändler besondere Leistungsmerkmale abverlangen.

Zu diesen Direktbelieferungskriterien zählen die Versorgungsfunktion für den Reiseverkehr, besondere Öffnungszeiten von (in der Regel) 100 Stunden pro Woche, der Sortiments-und Umsatzschwerpunkt Buch und Presse, eine Mindestanzahl von Präsenz-Zeitungs-und Zeitschriftentiteln (1.000 Titel), eine zeitgemäße und verkaufsgerechte Ladeneinrichtung sowie die Gewährleistung moderner Datenfernübertragung.

Presseverkaufsstellen, die die vorbenannten Kriterien erfüllen und an Flughafenstandorten gelegen sind, können ebenfalls direkt durch die Verlage beziehungsweise Nationalvertriebsunternehmen beliefert werden.

„Aufgrund dieser Sonderstellung für den Bahnhofsbuchhandel müssen die Kriterien für den Bahnhofsbuchhandel ausnahmslos eingehalten werden“, erklärt Ludwig von Jagow, Geschäftsführer Vertrieb im VDZ.

In regelmäßigen Abständen werden deshalb sukzessive alle Bahnhofsbuchhandlungen in Deutschland durch den Außendienst von Verlagen und Nationalvertriebsunternehmen überprüft.

Seit dem 2. Halbjahr des vergangenen Jahres hat eine solche flächendeckende Überprüfung stattgefunden.

„ Die Vor Ort-Überprüfung wurde im Auftrag der VDZ Projektgruppe durch  Außendienst-Mitarbeiter  der Mitgliederverlage durchgeführt.“ erklärt Klaus-Peter Rebe (Deutscher Pressevertrieb DPV), Sprecher der VDZ-Projektgruppe Bahnhofsbuchhandel.

Dabei seien 34 Standorte verschiedener Firmen festgestellt worden, bei denen ein oder mehrere Kriterien unzureichend oder gar nicht erfüllt waren.

„ Bei solchen kritisch zu beurteilenden Standorten haben die Verlegerverbände BDZV und VDZ durch die VDZ-Projektgruppe Bahnhofsbuchhandel die Unternehmen informiert und um Stellungnahme gebeten.“, erklärt VDZ-Projektgruppensprecher Rebe weiter.

Der überwiegende Anteil der Mängel hat sich durch unzureichende Ladeneinrichtungen sowie eine mangelnde Ausrichtung auf das Presse-und Buchsortiment ergeben. Die meisten Vorgänge konnten zwischenzeitlich laut Klaus-Peter Rebe durch sehr kooperative Zusammenarbeit mit den Bahnhofsbuchhandelsunternehmen geklärt werden. So gibt es für einige Standorte Zusagen für eine Nachbesserung oder Modernisierung der Ladeneinrichtung, für andere Standorte wiederum vereinzelt Ankündigungen, diese zu schließen. Die Verlage machen bei diesen Überprüfungen unmissverständlich klar, dass bei nachhaltiger Nichterfüllung von BB-Kriterien Konsequenzen gezogen werden müssen. Dazu Klaus-Peter Rebe :

„Bleibt es bei der Nichterfüllung von Kriterien, kommt es als letzten Ausweg zur Aufkündigung der Direktbelieferung“. Die Verkaufsstelle geht dann in die Pressebelieferung durch den örtlichen Presse-Grossisten über.

„Die VDZ-Projektgruppe Bahnhofsbuchhandel, in der auch der BDZV vertreten ist, hat somit eine sehr hohe Verantwortung für die wichtige Vertriebssparte Bahnhofsbuchhandel“, erklärt Uwe Reynartz, Geschäftsführer Moderner Zeitschriftenvertrieb MZV und im VDZ-Arbeitskreis Pressemarkt Vertrieb verantwortlich für den Bahnhofsbuchhandel.