Ihr direkter
Weg zu uns.

Navigation
Seite weiterempfehlen
Zeitschriften in die Schulen

Türöffner in die Welt des Lesens

Zeitschriften in die Schulen Startseite Zeitschriften in die Schulen

DR. KRISTINA SCHRÖDER, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im aktuellen VDZ Jahrbuch 2013 über die Gezielte Förderung für die Medien- und Lesekompetenz junger Menschen

In einer Bildergeschichte des Klassikers „Vater und Sohn“ von E.O. Plauen schleppt der Sohn nach und nach etliche schwere „Schinken“ aus dem Bücherregal am staunenden Vater vorbei aus dem Zimmer – allerdings nur, um sie zur Treppe zu stapeln und damit die Kirschen im Garten endlich mit der Hand erreichen zu können. Das ist ein schönes Bild für die große Herausforderung, vor der jede Generation immer wieder neu steht: Wie kommen Kinder nicht nur ans Buch, sondern anschließend auch ans Lesen?

Über 8.000 neue Abenteuerbücher für Kinder und Jugendliche erscheinen alleine in Deutschland jährlich. Das Kinderund Jugendbuch ist aus deutschen Kinder und Jugendzimmern nicht wegzudenken. Heute erreicht es in noch mehr Formen und technischen Varianten die Köpfe und Herzen von Kindern und Jugendlichen als je zuvor. Ob EBook oder Druck: Jedes zweite Kind in Deutschland liest nach eigenen Angaben sehr gerne.

BÜCHER VERMITTELN WERTE UND ORIENTIERUNG

Wer liest, versteht mehr, und wer mehr versteht, ist offener für Anderes und Neues. Kinderbücher wecken die Lust am Fabulieren. Sachbücher stacheln den jugendlichen Entdecker und Forschergeist an. Und in den Jugendbüchern kommen Probleme zur Sprache, die jungen Leuten unter den Nägeln brennen. Kinder und Jugendbücher prägen so die Persönlichkeit und Identität und vermitteln Werte und Orientierung.

Leider wissen wir aber auch: Für manche Kinder bedeutet Lesen eher Frust. Sie nehmen von sich aus kein Buch in die Hand und haben vielleicht niemanden, der ihnen vorliest und sich mit ihnen gemeinsam an Bücher „herangewagt“. Deshalb unterstützen wir zahlreiche Projekte von der gezielten Sprachförderung in 4.000 Kindertagesstätten bundesweit über Leseförderungsaktionen bis hin zum Deutschen Jugendliteraturpreis. Zeitschriften sind für viele Kinder und Jugendliche neben dem Buch der zweite Türöffner in die Welt des Lesens. Sie erreichen 95 Prozent der sechs bis 13jährigen Kinder in ihrer Freizeit. Wir unterstützen als Bundesregierung dieses Interesse zum Beispiel mit dem Pilotprojekt „Zeitung in der Grundschule“ oder mit finanziellen Zuschüssen an den Bundesverband junger Medienmacher, weil wir überzeugt sind, dass Qualitätsjournalismus als Säule unserer Demokratie auch in Zukunft unentbehrlich sein wird.

DAS NETZ HAT AM ENDE IMMER MEHR BUCHSTABEN ALS BILDER

Das Internet macht dem gedruckten Wort zwar Konkurrenz, aber auch das Netz hat am Ende immer mehr Buchstaben als Bilder. Wir sollten das Internet deshalb bei allen Risiken immer auch als Wissensund Lesemotor für Kinder begreifen und nutzen. Um die Konfrontation mit Inhalten, die für Kinder nicht geeignet sind, zu vermeiden, müssen wir dafür sorgen, dass Kindern die Chancen des Internets von Anfang an mit einem altersgerechten Zugang offen stehen. Dafür haben wir die Initiative „Sicher online gehen – Kinderschutz im Internet“ ins Leben gerufen.

Kinder und Jugendschutzprogramme können ein wichtiges Hilfsmittel für Eltern sein, wenn es darum geht, den heimischen Internetzugang für Kinder einzurichten. Allerdings werden sie leider noch nicht häufig genug eingesetzt. 95 Prozent der befragten Eltern finden es wichtig, dass es Jugendschutzprogramme gibt, aber nur 20 Prozent setzen sie zu Hause ein. Solche Umsetzungsdefizite müssen wir abbauen, indem wir für den technischen Jugendmedienschutz werben, wo immer wir können.

KINDER DURCH MEDIENKOMPETENZ DER ELTERN BEEINFLUSST

Klar ist aber auch: Medienerziehung darf nicht nach der Installation einer Software enden. Am Anfang und auch am Ende werden die Lese und Mediengewohnheiten von Kindern immer stark vom Interesse und der Medienkompetenz ihrer Eltern beeinflusst. Genau deshalb ist es so wichtig, den Eltern in Deutschland auch von staatlicher Seite das Gefühl zu vermitteln, dass wir ihnen zutrauen, ihre Kinder gut zu erziehen. Dabei können wir sie mit unseren Maßnahmen zur Leseförderung unterstützen – wenn wir sie auch nicht von ihrer ganz persönlichen Verantwortung für das Wissen und die Bildung ihrer Kinder entbinden können.