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Steter, schneller Wandel sichert den Erfolg

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Die Fachmedien als Treiber des Wandels

Karl-Heinz Bonny, Hauptgeschäftsführer des Landwirtschaftsverlags in Münster, Präsidiumsmitglied im VDZ und Sprecher der Deutschen Fachpresse. Die Fachzeitschrift Horizont zeichnete ihn 2010 als Medienmann des Jahres aus

ie Strukturen des Wirtschaftsstandorts Deutschland haben sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Ein Blick auf die Zusammensetzung des DAX aus dem Jahr 1988 zeigt, dass sich bis heute nur etwa 60 Prozent der Unternehmen im Leitindex der 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands halten konnten. Dies sind einerseits Unternehmen wie Bayer oder Volkswagen, die sich bei einer Konzentration auf ihre Kernkompetenzen stark auf globale Märkte ausgerichtet haben. Andererseits gehören dazu aber auch Unternehmen wie Linde oder ThyssenKrupp, die sich durch ein kontinuierliches Change Management zu weltweit (wieder) erfolgreich agierenden Hochtechnologieunternehmen mit innovativen Produkten und Geschäftsmodellen gewandelt haben.

Elementarer Strukturwandel

Besonders vom Strukturwandel betroffen war in Deutschland das einst nahezu ausschließlich industriell geprägte Ruhrgebiet. Während jüngere Industrien wie der Fahrzeug- und Maschinenbau oder die Nahrungs- und Genussmittelindustrie den Wandel nur bedingt auffangen konnten, hat dort vor allem der Dienstleistungssektor, z.B. mit den Bereichen Medien und Logistik, zu einer erfolgreichen Krisenerholung beigetragen. Gestützt wurde diese Erholung in hohem Maße durch den noch immer andauernden Ausbau zu Europas dichtester Bildungs- und Forschungslandschaft, was wiederum den Nährboden für mittlerweile hunderte von Start-Ups mit tausenden von Mitarbeitern bildete. Insbesondere im Umfeld der Universität Dortmund sowie der Hochschulen in Duisburg und Wuppertal wachsen zahlreiche junge Technologieunternehmen heran.

Ein elementares Bindeglied zwischen diesen Veränderungen in Wissenschaft und Praxis sind die Fachmedien. Durch unsere Objektivität und konsequente Zielgruppenausrichtung haben wir Fachverlage nicht nur in Zeiten prosperierender Industrien (und nicht nur im Ruhrgebiet), sondern auch in Phasen notwendiger Restrukturierungen einen wichtigen Orientierungspfeiler gebildet. Unsere Medien tragen in den Bildungseinrichtungen zu einer exzellenten Ausbildung bei und versorgen als Ankerpunkt zahlreiche Entscheider über alle Management-Ebenen hinweg mit kreativen Ideen und wichtigen Hintergrundinformationen.

Fachmedien als Ankerpunkt

Diese Orientierungsfunktion ist heute wichtiger denn je. Zum einen, weil die wachsende Informationsflut in Verbindung mit einem Mangel an Zeit es Entscheidern heute kaum noch erlaubt, relevante Informationen zielgerichtet zu selektieren. Zum anderen, weil die Spitzenforschung durch verschobene Anreizstrukturen sehr stark in eine wenig praxisrelevante Richtung abdriftet, so dass dem Wissenstransfer der Fachmedien einerseits im Bildungssektor, andererseits aber auch in Industrie und Dienstleistung eine elementare Bedeutung zukommt.

Sind Fachmedien bedingt durch diese wesentliche Bedeutung für die Wirtschaft und Gesellschaft einerseits Treiber und Ankerpunkt des Wandels, werden Fachverlage andererseits durch den Wandel stets selbst aufs Neue getrieben. Digitale Medienund innovative Geschäftsmodelle sind zwar bereits in aller Munde, es fehlen aber noch vielerorts zielgruppengerechte Fach(medien)angebote. Die erwähnten Beispiele aus anderen Branchen zeigen jedoch, dass es als notwendige und überlebenswichtige Normalität begriffen werden muss, sich und seine Geschäftsmodelle zu wandeln. Denn Smartphones, iPads & Co. sind erst der Anfang zukünftiger Technologiewellen, die immer wieder auf uns Fachverlage zukommen und uns gleichzeitig immense Chancen bieten werden. Wer sich diesen Markttrends nicht stellt, wird schnell von Playern wie Google oder Apple überrollt, die bereits jetzt individualisierten Content über innovative Medienverbreiten. Was diesen Unternehmen jedoch (noch) fehlt, sind die feste Kundenbeziehung und die journalistische Komptenz. Für Fachverlage ist gerade diese journalistische Kernkompetenz und die feste Kundenbeziehung im Lesermarkt die zukunftssichernde Basis, auf der bereits die erfolgreichen Produktentwicklungen der letzten Jahre als Säulen gedeihen konnten. Darüber hinaus wird allerdings auch die Qualifizierung in den Bereichen Produktentwicklung und Technologieadaption eine hohe Bedeutung erlangen und zu Veränderungen der Produktportfolios führen müssen. Die Bereiche E-Commerce, E-Learning und Online-TV liefern bereits gute Beispiele für erfolgreiche digitale Geschäftsmodelle. Aber auch der Einsatz von White Papers zur Lead Generation oder Events wie zielgruppengerichtete Kongresse sind gute Ansätze, wie sich auch im Offline-Bereich neue Geschäftsfelder erschließen lassen (siehe Chart). Durch derartige Lösungen wird nicht nur das Verlagsgeschäft spannender und facettenreicher. Vielmehr führt diese Diversifikation zu einer Erschließung neuer Kundensegmente sowie zu einer Stärkung bestehender Kundenbeziehungen und bietet somit eine gute Grundlage, um auch zukünftig mit dem Pfund „journalistische Objektivität und Kompetenz“ wuchern zu können.

Geschäftsfelder erschließen lassen (siehe Chart). Durch derartige Lösungen wird nicht nur das Verlagsgeschäft spannender und facettenreicher. Vielmehr führt diese Diversifikation zu einer Erschließung neuer Kundensegmente sowie zu einer Stärkung bestehender Kundenbeziehungen und bietet somit eine gute Grundlage, um auch zukünftig mit dem Pfund „journalistische Objektivität und Kompetenz“ wuchern zu können. Den eingangs genannten erfolgreichen DAX-Unternehmen ist eines gemein: Sie haben die Chancen der Märkte erkannt und notwendige interne Veränderungsprozesse rechtzeitig und konsequent vorangetrieben. Auch wenn die Akzentuierungen sich dabei in den letzten Jahren deutlich verschoben haben, ist die Veränderungsnotwendigkeit bestehen geblieben. Sie gab es vor zwei Jahrzehnten, gibt es heute und wird es auch noch in vielen Jahrzehnten geben. Ich bin mir sicher, dass dieser Satz für die Fachmedien ebenso zutreffend sein wird. Wir Fachverleger stehen also vor einer spannenden Zukunft, die es aktiv zu gestalten gil , damit unsere Unternehmen noch lange die richtungweisenden Eckpfeiler einer erfolgreichen Wirtschaft bleiben.