Ihr direkter
Weg zu uns.

Navigation
Seite weiterempfehlen

"Redaktionelle Inhalte sind unsere DNA"

Startseite VDZ in den Medien

promedia 11/2015

Verleger wollen ihre großen Reichweiten im Web und Mobile besser monitarisieren: Interview mit Stephan Scherzer, Hauptgeschäft€sführer des Verbands Deutscher Zeitschrift€enverleger (VDZ) - erschienen in promedia 11/2015.

"Zeitschriften sind bei den Lesern beliebt, gesellschaftlich relevant – dank neuer Ideen und auch neuer Plattformen. Die Inhalte der Zeitschriftenmarken erreichen mehr Menschen als jemals zuvor. In Deutschland werden pro Jahr Zeitschriften für drei Milliarden Euro gekauft", bewertet Stephan Scherzer, Hauptgeschäftsführer des VDZ, die Relevanz von Zeitschriften in einem promedia-Gespräch. Zugleich verwies Scherzer darauf, dass im digitalen Raum die politische Ordnung fehle. "Viele Regelungen und Handhabungen in Europa begünstigen die digitalen Riesen und erschweren den anderen Anbietern den Weg in das digitale Zeitalter." Google missbrauche nachweislich seine Monopolstellung bei der Suche – die Klage laufe seit mehr als fünf Jahren.

promedia
: Herr Scherzer, der diesjährige Publishers' Summit befasst sich vor allem mit den drei Themen Freiheit, Vielfalt und Wettbewerb. Warum diese Fokussierung?

Scherzer
: Wir leben in sehr bewegten Zeiten. Wirtschaftliche Veränderungen, gesellschaftliche Herausforderungen durch Krieg und Vertreibung, Verstärkung der Kräfte an den politischen Rändern. Dazu kommt ein enormer Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der Menschen. Zeitschriftenverlage stehen in Deutschland für diese Kernwerte – sie orientieren und ordnen ein – wir sind eine Branche, die Freiheit, Vielfalt und Wettbewerb lebt.

promedia
: Was sind für die Verleger die Herausforderungen bei der Pressefreiheit, bei Wettbewerb und Vielfalt?

Scherzer
: Pressefreiheit ist Grundlage für die Journalisten und Verlage und für unsere demokratische Gesellschaft. Betrachtet man die Weltkarten der Pressefreiheit (von Reportern ohne Grenzen) und der Korruption (von Transparency International), dann erkennt man, dass Pressefreiheit einhergeht mit weniger Korruption; Rechtssicherheit und unternehmerische Freiheit und Wettbewerb, in den Ländern ausgeprägt sind, wo es eine unabhängige Presse gibt. Pressefreiheit muss geschützt und vor allem gestärkt werden. Die Entwicklungen sind gegenteilig – auch in Deutschland. Ein negatives Beispiel ist die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung. Das Gesetz führt dazu, dass Journalisten ihren Quellen keinen Schutz vor Aufdeckung mehr bieten können. Soweit der Abruf der gespeicherten Daten durch Staatsanwälte und Polizeibehörden unzulässig sein soll, ist der vorgesehene Schutz höchst unvollkommen und gefährdet die journalistische Berichterstattungsfreiheit in hohem Maße. Auch die vorgesehene Strafvorschrift zur so genannten Datenhehlerei greift ebenfalls erheblich in den Schutz der journalistischen Arbeit ein. Der Gesetzgeber muss die Presse- und Rundfunkfreiheit stärken, statt Unsicherheit und Misstrauen zu säen. Der VDZ setzt hier Zeichen und verleiht der VDZ in diesem Jahr erstmals eine "Goldenen Victoria für Pressefreiheit" an die couragierten Journalisten Ana Lilia Pérez aus Mexiko, Farida Nekzad aus Afghanistan und Peter Bandermann aus Deutschland.

Der VDZ hat über 450 Mitglieder, die untereinander in einem starken Wettbewerb stehen. Gleichzeitig verändert sich das direkte Umfeld durch Netzwerkeffekte. Wenige Gatekeeper und oligopolistische Strukturen bestimmen viele Felder: so gibt es in Deutschland ein privates TV-Duopol, nur noch drei, vier große Mediaagenturen, eine relevante Suchmaschine, ein dominierendes Soziales Netzwerk, ein mit Zwangsgebühren finanziertes öffentlich-rechtliches Angebot und auch immer weniger Wettbewerb in den Bereichen der Vertriebslogistik.

Lesen Sie hier den vollständigen Beitrag | erschienen in promedia 11/2015, www.promedia-berlin.de/