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Zeitschriften in die Schulen

Lesefreude wecken – Lesekompetenz stärken

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DR. JÖRG F. MAAS, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen im aktuellen VDZ Jahrbuch

Deutschland, das Land der Dichter und Denker – so heißt es landläufig zumindest. Da sollte es doch selbstverständlich sein, dass das Lesen hierzulande einen hohen Stellenwert einnimmt. Doch die Fähigkeit zu lesen, ist für viele Menschen keine Selbstverständlichkeit. Die Zahlen zur Lesekompetenz in Deutschland sind erschreckend – und das betrifft alle Altersgruppen, Kinder und Jugendliche genauso wie Erwachsene. Die PISA-Studien von 2001 und 2009 haben ergeben, dass jeder fünfte 15-Jährige nur über rudimentäre Lesefähigkeit verfügt. Rund 7,5 Millionen Erwachsene sind hierzulande laut LEO-Studie 2011 funktionale Analphabeten, das sind 14,5 Prozent der deutschsprechenden Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter. Ihnen fehlt eine wichtige Schlüsselkompetenz für Bildung, Erfolg in Schule und Beruf sowie gesellschaftliche Teilhabe. Präventive Leseförderungsmaßnahmen, die sich dieser Herausforderung annehmen, sind unabdingbar für eine funktionierende Gesellschaft.

Vor diesem Hintergrund ist es die Aufgabe und das Ziel der Stifung Lesen, allen Menschen in diesem Land geeignete Zugänge zum Lesen zu eröffnen. Dies erreicht sie gemeinsam mit zahlreichen Partnern über bundesweite öffentlichkeitswirksame Kampagnen, die ein gesamtgesellschaftliches Bewusstsein für die Porblematik schaffen, sowie mit konkreten Projekten zur Förderung von Lesefreude und Lesekompetenz bei Kindern und Jugendlichen. Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger und die Zeitschriftenverlage sind hier bereits wichtige Kooperationspartner.

ÖFFENTLICHKEITSWIRKSAME KAMPAGNEN HABEN SIGNALWIRKUNG

Breiten- und öffentlichkeitswirksame Kampagnen wie zum Beispiel der Bundesweite Vorlesetag setzen einen ersten Impuls, die Freude am Lesen zu teilen und Lesemotivation zu stärken. Am 9. Bundesweiten Vorlesetag im Jahr 2012 beteiligten sich rund 48.000 Vorleserinnen und Vorleser – viermal so viel wie im Jahr davor – und teilten ihre Begeisterung für Geschichten mit tausenden Kindern in ganz Deutschland. Diese Rekordbeteiligung ist ein deutliches Signal für zunehmendes gesamtgesellschaftliches Engagement für die Leseförderung und damit für mehr Bildung.Es zeigt, dass Leseförderung nicht mehr alleine Sache der Familien und der Bildungseinrichtungen ist.

Leseförderung geht uns alle an und sollte überall stattfinden. Lesen und Vorlesen muss zu einem festen Bestandteil des Alltags werden, an jedem Ort in Deutschland kann, darf und sollte gelesen werden. Öffentlichkeitswirksame Kampagnen können dazu einen ersten Anstoß geben, doch sie dürfen nicht für sich alleine stehen.

ZEITGEMÄSSE LESEFÖRDERUNG UMFASST ALLE MEDIEN

Grundlegend für eine erfolgreiche Stärkung der Lesekompetenz sind die Zielgruppe ansprechende niedrigschwellige Programme und Projekte, die sowohl die Stiftung Lesen als auch zahlreiche andere gesellschaftliche und politische Akteure umsetzen. Im Vordergrund sollte hier zunächst die Vermittlung von Lesefreude stehen. Denn um die Lesefähigkeit insbesondere von Kindern und Jugendlichen zu verbessern, ist es zunächst notwendig, grundsätzlich für das Lesen zu motivieren und zu begeistern. Vor diesem Hintergrund greift zeitgemäße Leseförderung das immer engere Zusammenspiel verschiedener Mediengattungen aktiv auf und nutzt alle Formen von Medien sowohl in gedruckter als auch in digitaler Form. Seit vielen Jahren spielen dabei auch Zeitschriften eine wichtige Rolle. Denn durch ihre Themenvielfalt, die die Interessen der Kinder widerspiegelt, üben sie eine besondere Faszination aus und animieren so zum Lesen.

Wissenschaftliche Studien der Stiftung Lesen belegen die positive Auswirkung von Zeitschriften auf das Leseimage und Leseverhalten von Jugendlichen – insbesondere von denen, die als „lesefern“ gelten und die mit konventionellen, buchfokussierten Angeboten nicht zu motivieren sind.

„ZEITSCHRIFTEN IN DIE SCHULEN“ IM JAHR 2013 ZUM ERSTEN MAL AN GRUNDSCHULEN

Ein besonders erfolgreiches Beispiel für Leseförderung mit dem Medium „Zeitschrift“ ist das Projekt „Zeitschriften in die Schulen“, das die Stiftung Lesen und die Stiftung Presse-Grosso mit Unterstützung der deutschen Presse-Grossisten und des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger seit nunmehr zehn Jahren mit großem Erfolg an weiterführenden Schulen durchführen.

Bundesweit haben bereits mehr als vier Millionen Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen fünf bis zwölf von diesem Projekt profitiert. Auf Grund der stetig steigenden Teilnehmerzahl und des nachweislich positiven Einflusses auf die Lesemotivation der Kinder und Jugendlichen startet „Zeitschriften in die Schulen“ im Jahr 2013 als Pilotprojekt der Stiftung Presse-Grosso und der Stiftung Lesen zum ersten Mal auch an Grundschulen. Die Anschubfinanzierung für den Pilotstart hat der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), Bernd Neumann, zur Verfügung gestellt. Durch das Pilotprojekt an Grundschulen sollen die Kinder noch früher als bisher über das Medium Zeitschrift für das Lesen begeistert werden mit dem Ziel, den „Leseknick“ in der Pubertät weiter abzuschwächen.

ZUKÜNFTIGE ERFOLGE IN DER LESEFÖRDERUNG NUR DURCH GEMEINSAMES ENGAGEMENT

Auch dank des Engagements des VDZ und der Zeitschriftenverlage können wir Projekte wie „Zeitschriften in die Schulen“ dauerhaft etablieren und ausweiten. In der Zukunft wollen wir den Ausbau erfolgreicher Projekte noch weiter vorantreiben. Dies ist nur möglich, wenn alle gesellschaftlichen Gruppen und Verbände, die ein grundlegendes Interesse an Sprach- und Leseförderung haben, noch besser zusammenarbeiten und Synergien nutzen.

Angesichts der Bildungsherausforderungen in Deutschland rufen wir dazu auf, sich gemeinsam mit uns für die Leseförderung zu engagieren. Denn nur, wenn wir mehr Menschen für das Lesen begeistern und die Lesekompetenz von Kindern und Jugendlichen dauerhaft stärken, können wir Bildungszugänge schaffen.

Mehr unter: www.stiftunglesen.de