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"If you accept change you never grow old" - 8. Digital Innovators' Summit 2015 feiert Veränderungen

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Digital Innovators' Summit steht ganz im Zeichen veränderter Konsumentengewohnheiten und neuer Monetarisierungsmöglichkeiten

1. Kongress-Tag des DISummit 2015 (© Ole Bader)

Bereits der erste Konferenztag des 8. Digital Innovators' Summit in Berlin vermittelte einen tiefen Einblick in ein modernes Publishing: "Die Plattform der Zukunft ist die der mobilen Geräte, Video das wichtigste Medium, native Advertising die einträglichste Einnahmequelle, Programmatic Advertising wird künftig die Anzeigenschaltung dominieren, und keine Entscheidung wird mehr ohne Big Data getroffen", so Juan Senor, Partner, Innovation Media Consulting, bei der exklusiven Präsentation des neuen Innovation 2015 World Report.

Beispiele für einen erfolgreichen Verlagsumbau lieferten Natasha Christie Miller, CEO von EMAP und David Nussbaum, Chairman und CEO, F+W Media. Beide entwickelten ihre Häuser von print only auf digital first weiter und holten damit defizitäre Geschäftsfelder in die Gewinnzone zurück. EMAP setzt neben Abonnements in print und digital auch auf face to face. Events und Konferenzen sind inzwischen der größte Umsatzbringer mit einem jährlichen zweistelligen Wachstum. Es gelang dadurch, die Abozahlen nach 25 Jahren Rückgang wieder um sechs  Prozent zu steigern.

Bei F+W Media waren die entscheidenden Faktoren die Ergänzung der digitalisierten Special Interest Titel um vertikale, also spezialisierte E-Commerce Shops. F+W hat dabei auf eine solide Verankerung der Shops in der Special Interest Community geachtet. Diese betreuen beispielsweise Mitarbeiter, die selbst der Community angehören. Die E-Commerce Shops von F+W erwirtschaften heute 27 Prozent der Einnahmen bei einer Marge von 40 Prozent. Nussbaum sieht die Zukunft seines Geschäfts unter anderem in How-to-Videos, in denen der User mit Klick auf eingebetteten Markern direkt beim Produktkauf landet - ein Geschäftsfeld, das zusammen mit Thought Industries entwickelt wird.

Das Verlagsgeschäft ist heute von Big Data tief geprägt. Lutz Finger, Director Data Science/Data Engineering von LinkedIn, stellte gleich zu Anfang die provokante These auf, dass "viele der Daten, die wir heute gezeigt bekommen zwar hübsch anzusehen sind, aber nutzlos". Es gehe darum, die richtigen Fragen zu stellen, um brauchbare Antworten aus dem unendlichen Datenmeer fischen zu können - ähnlich wie Google, das die richtige Frage formulierte, als es den damaligen Marktführer Alta Vista in nur 11 Monaten "auslöschte". Die Aufgabe war nicht mehr, "alle Websites zu kennen", sondern "die relevanteste Website für die User-Frage zu zeigen".

Adobe stellte seine neue Publishing App "Fast Business" vor. Diese launchte das Unternehmen vor drei Wochen und die Bewertungen in den App Stores feiern sie bereits jetzt als "Zukunft der Magazine". "Publisher können damit Usern eine kuratierte Markenerfahrung ermöglichen, die Magazininhalte mit Echtzeitnachrichten verbindet", sagt Mitch Green, Director of Product Management bei Adobe. "Digital ist nicht schlicht mehr ausreichend". Die App soll im Sommer bereits vom Nachfolger "Adobe Publish" abgelöst werden.

Holger Weiss, CEO von Aupeo, präsentierte die Gewinner des Hack Days bei Axel Springer Plug and Play. 125 Programmierer arbeiteten 24 Stunden daran, neue Lösungen für das "Connected Car" zu finden. "Dieser Markt hat ein Potenzial von 13 Milliarden Dollar", prognostiziert Weiss.

Die Gewinner sind:

  1. Platz: Road Tracking "Point up": Eine App auf Basis von Gamification, mit der User/Fahrer sowohl Geld verdienen als auch Punkte sammeln und gegen Prämien eintauschen kann. PayPal ist schon integriert.
  2. Platz: Greentire: Eine App, die das Fahrverhalten des Fahrers zu weniger Risiko und mehr Umweltfreundlichkeit beeinflusst. Damit der Fahrer nicht durch die App vom Straßenverkehr abgelenkt wird, werden Warnungen mittels Vibration auf ein Wearable, bspw. eine Armbanduhr übertragen. Die Fahrer bekommen Auswertungen und Empfehlungen zu ihrem Fahrverhalten.
  3. Platz: Retro Sense: Diese App misst den Reifendruck und liefert entsprechende Auswertungen. Der Reifendruck beeinflusst mit zwei bis fünf Prozent den Benzinverbrauch. Ein verbrauchsarmes Fahrverhalten ist besonders interessant für Fuhrparkflotten, Taxiunternehmen und den öffentlichen Nahverkehr.

Richard Gingras, Senior Director News and Social bei Google, lag vor allem die Innovationsfähigkeit von Unternehmen und Organisationen am Herzen: "Neue Märkte erfordern neue Produkte". Da aber Corporate Cultures nicht unbedingt auf schnelle Veränderung eingestellt sind, vielmehr auf das Bewahren, sei die Herausforderung Unternehmen so zu organisieren, dass die Veränderung schon in der DNA einprogrammiert ist. "Fehler werden gemacht, das ist gut für das Lernen", sagt Gingras und erinnert daran, dass auch Google die schnelle Entwicklung zu mobilen Geräten unterschätzt hatte.

Shane Wall, Senior Vice President von Hewlett-Packard, sagt die nächste industrielle Revolution voraus. Mit Generationen, die nicht mehr lernen mit Technologie umzugehen, sondern damit aufwachsen, werde sich die Gesellschaft massiv und vor allem schnell verändern: Von der Mobilität zur Hypermobilität, vom "Internet of things" zum "Internet of all things" und mit einer Industriealisierung, die der User vom Sofa aus selbst steuert. 3D-Drucker werden sich in den nächsten sieben bis zehn Jahren so weiterentwickeln, dass kleine Ausrüstungsgegenstände in vielerlei Form, Farbe und Struktur zuhause schnell selbst ausgedruckt werden können. Den Publishern gibt Wall mit auf den Weg: "Content wird King bleiben. Aber Kontext wird Königin." Es werde immer wichtiger für den Erfolg, wie der Content produziert, geteilt und verbreitet wird.

Heise Online und Samsung präsentieren am Rande des DIS Wearables, die mittels Smartphone und kostenlosen Apps sowohl in reale als auch virtuelle Welten führen. Google ist außerdem mit drei Häusern vertreten, die die Google-Tools im Wohnzimmer, im Büro und im Urlaub erlebbar machen.

Aktuelle Informationen zum Kongress gibt es auf Facebook, Twitter (#DISummit) und unter innovators-summit.com.