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Herausforderungen des Wandels gemeinsam bewältigen

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Zeitschriftenverleger zur Demonstration der Redakteure in Hamburg

„Die Zeitschriftenverleger weisen die Behauptung der Gewerkschaften zurück, die Verlage forderten die Einführung von „Billigtarifen“. „Die Verlagsbranche steht vor der Bewältigung des größten medialen Umbruchs mit gravierenden Folgen auch für die Erlösstrukturen“, erklärte der VDZ Verband Deutscher Zeitschriftenverleger heute anlässlich der Demonstrationen der Gewerkschaften ver.di und DJV in Hamburg. „Wir fordern die Gewerkschaften auf, sich diesem Anliegen nicht zu verschließen, sondern den Medienwandel und die damit verbundenen veränderten Rahmenbedingungen gemeinsam zu bewältigen“, so Dirk Platte, Justitiar des VDZ. In den Gesprächen mit den Gewerkschaften wollten die Verleger nicht das monatliche Tarifgehalt senken, sondern ein Stück der über Jahrzehnte gewachsenen Zusatzleistungen anpassen, so wie das bereits bei anderen Berufsgruppen geschehen ist.

 „Heute müssen die Verlage zum bezahlten Urlaub noch bis zu rund 3.100 Euro Urlaubsgeld zahlen, und dies obwohl die wöchentliche Arbeitszeit im Laufe der vergangenen Jahrzehnte um vier Stunden auf heute 36 Stunden reduziert wurde“, so Dirk Platte, Justitiar des VDZ. „Zudem müssen wir zu einer paritätischen Finanzierung der Altersversorgung zurückkehren, zu der die Arbeitgeber heute zwei Drittel beitragen.“

 Die Einkommen der Redakteure seien alles andere als Billigtarife. So verdiene ein Redakteur bereits im ersten Berufsjahr über 3.000 Euro monatlich. Alle drei Jahre sehe der Gehaltstarifvertrag unabhängig von der Betriebszugehörigkeit eine automatische Erhöhung der Gehälter um ca. 10 Prozent vor. Nach 10 Berufsjahren liege das monatliche Gehalt eines Redakteurs der Gehaltsgruppe II bei rund 5.000 Euro.

 „Der VDZ und seine Mitglieder stehen zum Flächentarif“, erklärte Platte. „Aber ohne Umbau werden wir eine stärkere Abkehr vom Tarifsystem nicht verhindern können. Die Gewerkschaften haben es in der Hand, ob der Flächentarif für Redakteure noch eine Zukunft hat.“