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facebook und Mobile für Verlage von strategischer Bedeutung

Startseite Print & Digital Erstellt von Eva-Anabelle v.d. Schulenburg

Die Bedeutung von facebook für Verlage soll in den nächsten Jahren deutlich zunehmen und vergleichbar mit Google werden.

Die Bedeutung von facebook für Verlage soll in den nächsten Jahren deutlich zunehmen und vergleichbar mit Google werden. So hat das mit über 400 Mio. Nutzern weltweit größte soziale Netzwerk im deutschen Markt zwar heute erst eine Durchdringung von 17 Prozent, in den vergleichbaren Ländern wie Frankreich oder Großbritannien aber schon über 50 Prozent. Dies könnte auch bald Realität in Deutschland werden, denn facebook ist hierzulande eines der am stärksten wachsenden sozialen Netzwerke.

Verlage sehen in einer Kooperation mit facebook Chancen durch zusätzliche Reichweite und Zugang zum Endkunden, so ein zentrales Ergebnis einer Befragung vonVDZ und der Strategieberatung OC&C, die bei den Teilnehmern des VDZ Arbeitskreises Digitale Medien durchgeführt und in der Sitzung vorgestellt wurde. Es sei absehbar, dass facebook insbesondere für jüngere Nutzer Einstiegscockpit und Verteil-Station für das Internet sei, so Christoph Schuh, Vorstandsmitglied Tomorrow Focus, Sprecher AK Digitale Medien. Die befragten Verlage sind jetzt schon mit rund zwei Dritteln ihrer Titel bei facebook vertreten, um ihre Inhalte zu verbreiten und in Interaktion mit den Usern zu treten, so ein weiteres Ergebnis der Befragung. Andere soziale Netzwerke spielen ausgenommen Twitter nur eine untergeordnete Rolle. Als größtes Risiko der Zusammenarbeit befürchten die Verlage, das der Nutzer in Zukunft facebook „gehören“ könnte.

Bei facebook will der AK ein Verständnis für die Position der Verlage schaffen und rechtzeitig mit Vertretern von facebook diskutieren, wie Geschäftsmodelle aussehen können, die für beide Seiten attraktiv sind. Bisher werden Inhalte im Internet von vielen Verlagen kostenlos zur Verfügung gestellt und über Werbevermarktung refinanziert. Wenn nun Dritte das Umfeld von Verlagsinhalten vermarkten, müsse daher eine angemessene Beteiligung der Verlage sichergestellt werden, ansonsten kann eine Refinanzierung der Verlagsinhalte nicht gelingen, so Alexander von Reibnitz, Geschäftsführer Digitale Medien beim VDZ.

Zur Bedeutung des zweiten Themas der Sitzung Mobile für Verlage wurden die Ergebnisse einer weiteren Expertenbefragung von VDZ und OC&Cvorgestellt. Wesentliche Erkenntnis ist hier, dass die befragten Verlage Mobile kurzfristig zwar eine geringe Umsatzerwartung, jedoch strategisch eine hohe Bedeutung beimessen. Ferner ergibt die Umfrage, dass

- für 2013 steigende Umsätze insbesondere im Mobile Commerce und bei  
  Paid Content prognostiziert werden, die absolute Größenordnung aber klein
  sein wird

- Android 2013 Apple als wichtigste Plattform für kostenlose und -pflichtige
  Apps ablösen könnte,

- Pay-per-download das präferierte Preismodell gefolgt von Abo-Modellen ist.

Weitere Präsentationen zum Thema facebook wurden von Vertretern von facebook selbst zu Kooperationsmöglichkeiten für Verlage und von dem IT-Dienstleister XNIP gehalten, die die Idee eines facebook-Kiosks vorstellten. Vorträge zu Mobile gab es von Experten des IT-Dienstleisters Cellular, die neue Apps und Services vorstellten, und der Agentur Plan.net, die die Anforderungen von Mediaagenturen und Werbungtreibenden an mobile Verlagsangebote darstellte. Neues zu AdServing und DFP 6.0 kam von DoubleClick.

Die Präsentationen (bis auf die facebook-Studie) und das Protokoll der Sitzung können (nur) von VDZ-Mitgliedern kostenlos per eMail bei Alexander v. Reibnitz, a.reibnitz[at]vdz.deabgerufen werden. Die Ergebnisse der Expertenbefragung zur Bedeutung von Facebook für Verlage werden ab Anfang Juli als VDZ-White Paper veröffentlicht und können dann kostenpflichtig per eMail bei Anja Mumm, a.mumm[at]vdz.de, bestellt werden.