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Vertrieb

Ein außergewöhnliches Jahr im Pressevertrieb

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Die Strategiediskussion über die Zukunft des Presse-Grosso erfuhr zum Ende des Jahres 2010 eine Zäsur/ Ein Rückblick auf die wesentlichen Themen der VDZ-Vertriebsarbeit 2010

Torsten Brandt, Verlagsgeschäftsführer Vertrieb Bild-Gruppe und Zeitschriften der Axel Springer AG, Sprecher des VDZ-Arbeitskreises Pressemarkt Vertrieb

Wohl kaum in der Vergangenheit konnte die Arbeit des VDZ für den Pressevertrieb zum Jahresende auf eine derartige Vielzahl kleiner und großer Erfolge sowie abgeschlossener Projekte zurückblicken wie im vergangenen Jahr 2010. Nimmt man die ganz wesentliche Kernaufgabe eines Verbandes, das, was ein Verlag oder ein verlagsnahes Unternehmen von seinem Verband erwartet, nämlich die Schaffung gemeinsamer Ziele, Strategien und Instrumente zur Verbesserung des eigenen Geschäfts, so hat die VDZ-Vertriebsarbeit hierfür große Fortschritte erzielt. Dies gilt es hervorzuheben, denn erstens nimmt der Pressevertrieb für die Zeitschriftenverlage weiterhin eine herausragende Stellung ein, und zweitens stehen hinter den Erfolgen der Verbandsarbeit zahlreiche VDZ-Projektgruppen mit über 100 Kolleginnen und Kollegen aus den Verlagen. Deren Zeitbudget für die Verbandsarbeit ist angesichts wachsender Herausforderungen im eigenen Unternehmen eher kleiner denn größer geworden. Es stimmt hoffnungsvoll, dass die Motivation, zusätzlich  Energie für die gesamte Branche, für gemeinsame Ziele aufzuwenden, nicht geschwunden ist. Hierfür möchte ich mich bei allen, die mitgemacht haben, ausdrücklich bedanken. Und drittens: Wir müssen weiter mit aller Kraft für das Vertriebsmarketing arbeiten, denn die Herausforderungen im Printgeschäft sind anhaltend groß.

Presse-Grosso im Vordergrund: Grundsätzliche Anmerkungen

Im letzten VDZ-Jahrbuch 2010 habe ich zur Diskussion über das Presse-Grosso bereits ausführlich Stellung genommen. Das Thema hat auch das restliche Jahr 2010 im VDZ eine ganz besondere Rolle gespielt. Ausgehend von Auseinandersetzungen über die Kündigung von Grosso-Belieferungsverträgen und einer damit einhergehenden Initiative des Bundesverbandes Presse-Grosso, erneut – wie bereits schon vor einigen Jahren – die Politik als Mittler einzuschalten, hatte der Bundesverband Presse-Grosso im Mai 2010 bei Kulturstaatsminister Neumann Positionen zur Zukunftsfähigkeit des Grosso-Systems eingereicht. Die beiden Verlegerverbände wurden daraufhin aufgefordert, dazu Stellung zu nehmen. Im Kern drehte es sich bei den strittigen Fragen um die Themen Kündigungen, Verlagsbeteiligungen und Regeln für Grosso-Fusionen. Der Arbeitskreis PMV und der Publikumszeitschriftenvorstand haben daraufhin im Sommer des vergangenen Jahres in intensiver und konstruktiver Beratung eine umfassende Stellungnahme erarbeitet. Diese VDZ-Stellungn hme zur Zukunftsfähigkeit des Presse-Grosso vom 18. August 2010 wurde den Mitgliedsunternehmen im Fachverband Publikumszeitschriften überreicht. Die Bauer Media Group hatte sich wegen eines schwebenden BGHVerfahrens der VDZ-Stellungnahme nicht angeschlossen. Danach einsetzende Überlegungen hinsichtlich gemeinsamer Strategien zur Verhandlung neuer längerfristiger Verträge mit dem Presse-Grosso stießen zunehmend auf kartellrechtliche Bedenken, zumindest aus einigen Verlagen. Eine besondere Zäsur stellte dann der am 6. Dezember 2010 erklärte Austritt des Heinrich Bauer Verlages aus dem Fachverband Publikumszeitschriften dar. In dieser Situation war es für die Axel Springer AG wichtig, ein systemerhaltendes Signal zu setzen. Der Abschluss eines neuen langlaufenden Konditionsabkommens – verbunden mit einem klaren Systembekenntnis – führte zu einer Beruhigung in der Diskussion zwischen Politik, Grosso und VDZ. Besonders erfreulich ist, dass sich mit den Nationalvertriebsunternehmen DPV und MZV weitere bedeutende Ma ktteilnehmer mit den Grossisten auf neue langlaufende Verträge verständigt haben.

Ich empfinde es als ausgesprochen begrüßenswert, dass wir jetzt eine lange Periode vor uns haben, in der wir uns nicht mit Verteilungsfragen auseinandersetzen, sondern ausschließlich auf den Markt konzentrieren können. Auch für den VDZ ist das wichtig. Die Diskussionen in der jüngsten Vergangenheit waren für unseren Verband schwer. Sie sind bis an den Rand der Belastbarkeit gegangen.

Jetzt heißt es: „Ärmel hoch und kämpfen für den Erfolg unserer tollen Branche“.

Wir wollen:

  • Die Rahmenbedingungen für die digitalen Presseprodukte
    weiter verbessern
  • Die Marktausschöpfung im Grosso-Vertrieb optimieren, trotz
    heterogener Interessen unter den Verlagen.
  • Die Interessen unserer Kunden in den Vordergrund stellen
  • Den Direktvertrieb stabilisieren und verteidigen gegenüber
    immer grotesker werdenden politischen Restriktionen.

2010 war ein Jahr der operativen Erfolge

Aktualisierung des Koordinierten Vertriebsmarketing KVM

Nach 1993 konnte es nach intensiven Gesprächen mit dem Grosso-Verband gemeinsam mit dem BDZV gelingen, den Leistungsrahmen für den Grosso-Vertrieb KVM (Koordiniertes Vertriebsmarketing) den neuen Marktbedingungen anzupassen und somit für alle Beteiligten zu optimieren. Es ist beabsichtigt, das KVM in Zukunft sehr viel häufiger immer dann zu aktualisieren, wenn neue Themen oder Anforderungen entstehen. Siehe www.vdz.de/Vertrieb, VDZ-Meldung vom 27.09.2010: „Neuer Leistungsrahmen für den Grosso-Vertrieb“

Neues Presse Data Warehouse

Das neue Presse Data Warehouse, dem ein aus Vertretern von VDZ, BDZV und Grosso-Verband zusammengesetzter Beirat vorsteht, konnte verabschiedet werden und soll nach einigen Monaten Vorbereitung in den nächsten Wochen an den Start gehen. Siehe www.vdz.de/Vertrieb ,VDZ-Meldung vom 27.09.2010: “Verlage erhalten besseren Zugriff auf Vertriebsdaten aus dem Presse-Grosso“

Neue EHASTRA

Die gemeinsame Projektgruppe EHASTRA von VDZ und Presse-Grosso hat die grundlegende Aktualisierung der Einzelhandelsstrukturanalyse ab der EHASTRA 2010 verabschiedet. Die EHASTRA wurde einer kritischen Prüfung unterzogen und an die aktuellen Entwicklungen in der deutschen Einzelhandelslandschaft, wie die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten oder den Vormarsch von Vertriebsformen wie Discounter und Fachmärkte, angepasst. Geschäftsarten, interne und externe Nachfragebeeinflussungen sowie das Titelgruppenschema wurden modifiziert. Siehe www.vdz.de/Vertrieb, VDZ-Meldung vom 27.09.2010: „Neue Einzelhandelsstrukturanalyse“

Bahnhofsbuchhandel

Die VDZ-Projektgruppe Bahnhofsbuchhandel, der auch ein Vertreter des BDZV angehört, verständigte sich mit dem Verband Deutscher Bahnhofsbuchhändler auf Grundsätze für den Pressevertrieb im Bahnhofsbuchhandel. Siehe www.vdz.de/Vertrieb, VDZ-Meldung vom 09.03.2011: „Grundsätze des Pressevertriebs im Bahnhofsbuchhandel

Neue Vertriebswege für Presse: E-Publishing

Die sich in diesem Jahr stark entwickelten neuen Ansätze neuer elektronischer Vertriebswege für Presse sowie den Vertrieb digitaler Produkte wurden intensiv vom VDZ und dessen im Arbeitskreis PMV angesiedelten Arbeitsgruppe E-Publishing (Sprecher: Dr. Olaf Conrad, Deutscher Pressevertrieb DPV) aufgegriffen. Hier geht es um Wissenstransfer sowie die Erarbeitung neuer Marktstandards. Siehe www.vdz.de/Vertrieb,VDZ-Meldung vom 14.09.2010: „Anspruchsvolle ePublishing Angebote bei vielen Verlagen in Entwicklung“

Der Pressevertrieb ist und bleibt lebendig und spannend

Der Pressevertrieb ist und bleibt lebendig und spannend. Die VDZ-Gremien, insbesondere der Arbeitskreis Pressemarkt Vertrieb, werden alles dafür tun, dass die VDZ-Verlage daran teilhaben und Vorteile für ihr Geschäft erfahren, sowohl für ihre Print- wie auch für ihre digitalen Produkte.