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Auszeichnung für Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und Verleger Hubert Burda

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Der Preisträger Hubert Burda bei seiner Dankesrede ©JMB, Foto: Ausserhofer/Wagenzik

Im Rahmen des festlichen Jubiläums-Dinners verleiht das Jüdische Museum Berlin am heutigen Abend den "Preis für Verständigung und Toleranz" an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble MdB und Verleger Hubert Burda.

"Die Felder, auf denen ich einen Beitrag zu Verständigung und Toleranz leisten durfte und darf, verlangen noch und wieder unseren ganzen Einsatz", sagt Wolfgang Schäuble, der als Innenminister nicht nur die Wiedervereinigung verhandelte, sondern auch die Deutsche Islam Konferenz ins Leben rief. "Auch 25 Jahre nach der Zeitenwende, die uns das Ende der Geschichte bringen sollte, wie manche versprachen, also den endgültigen Sieg der liberalen Demokratie, herrscht in der Welt ein eklatanter Mangel an Verständigung und Toleranz."

Preisträger Hubert Burda gründete mit einem außerordentlichen Gespür für die Themen der Zukunft das der Ben-Gurion-Universität angegliederte »Hubert Burda Center for Innovative Communications«. Zeitlebens setzt er sich mit verschiedenen Projekten für ein tolerantes Miteinander ein: "Verständigung, so erlebe ich das als Verleger, kann heute nur gelingen, wenn wir lernen, die einschneidende digitale und mediale Revolution zu verstehen, in der wir heute leben."

Das Jüdische Museum Berlin verleiht zum 13. Mal den "Preis für Verständigung und Toleranz". Seit 2002 werden jährlich Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur und Politik ausgezeichnet, die sich auf herausragende Weise für Bildung, Menschenwürde und den Dialog zwischen den Kulturen und Religionen einsetzen. Der Preis wird traditionell im Rahmen des Jubiläums-Dinners gemeinsam von der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Jüdisches Museum Berlin und dem Museum verliehen.

Peter Schäfer, Direktor des Jüdischen Museums Berlin, und Gründungsdirektor W. Michael Blumenthal überreichen die Preise an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble MdB und Verleger Hubert Burda. Laudator für Wolfgang Schäuble ist Timothy Geithner, Finanzminister der USA a.D.. Die Laudatio auf Hubert Burda hält Rachel Salamander, Literaturwissenschaftlerin und Leiterin der auf jüdische Themen spezialisierten "Literaturhandlung".

Preisträger 2014: Wolfgang Schäuble

Wolfgang Schäuble wurde 1942 in Freiburg im Breisgau geboren, wo er später Rechts- und Wirtschaftswissenschaften studierte. Der promovierte Jurist trat noch während seines Studiums der CDU bei und ist seit 1972 Mitglied des Deutschen Bundestages. 1984 wurde er im Kabinett von Bundeskanzler Helmut Kohl zum Bundesminister für besondere Aufgaben und zum Chef des Bundeskanzleramts ernannt. Als Bundesminister des Innern (1989–1991) handelte er 1990 den Einigungsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik über die Herstellung der Einheit Deutschlands aus. Von 1991 bis 2000 war er Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, 1998 bis 2000 auch Vorsitzender der CDU Deutschlands. 2005 wurde Wolfgang Schäuble im Kabinett von Angela Merkel erneut zum Bundesminister des Innern ernannt. In dieser Funktion rief er 2006 die Deutsche Islam Konferenz mit dem Ziel ins Leben, einen institutionellen Rahmen für den Dialog zwischen Menschen muslimischen Glaubens und Vertretern aller Ebenen des Gemeinwesens zu schaffen.

Heute gilt die Deutsche Islam Konferenz als Beginn eines neuen Kapitels im Verhältnis zwischen den in Deutschland lebenden Muslimen und dem deutschen Staat. Seit 2009 ist Wolfgang Schäuble Bundesminister der Finanzen. 2012 wurde er als großer Europäer für seine historischen Verdienste um die Überwindung der Teilung Deutschlands und Europas und für seinen bedeutenden Beitrag zur Stabilisierung der Währungsunion und zur Vertiefung des europäischen Einigungsprozesses mit dem Internationalen Karlspreis zu Aachen geehrt.

Preisträger 2014: Hubert Burda

Hubert Burda, 1940 als dritter Sohn des Verlegerehepaars Aenne und Franz Burda in Heidelberg geboren, studierte Kunstgeschichte, Archäologie und Soziologie. Nach der Promotion 1966 stieg er in das Familienunternehmen ein, zunächst als Verantwortlicher des Anzeigenbereichs der Burda GmbH und als Verlagsleiter von Bild und Funk. 1975 übernahm er die Redaktionsleitung und ein Jahr später die Chefredaktion der Bunten. 1993 gründete Hubert Burda das Nachrichtenmagazin Focus. Sein Gespür für neue Medien zeigte sich schon Anfang der 1990er Jahre, als er in eigener Regie begann, Onlinedienste aufzubauen, darunter Focus Online, TraXXX und Health Online Service. Seit 1997 ist Hubert Burda Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ).

2001 wurde die gemeinnützige Hubert Burda Stiftung gegründet, die verschiedene Stiftungen zu medizinischen und sozio-kulturellen Schwerpunkten vereint, darunter die "Burda Akademie zum Dritten Jahrtausend" und das "Hubert Burda Center for Innovative Communications" an der Ben Gurion University of the Negev in Beer Sheva. Ziel dieser Institution ist, neben Forschung und Lehre, die Förderung des interdisziplinären Austauschs zwischen israelischen und europäischen Wissenschaftlern, Hightech-Unternehmern und Politikern zu gesellschaftlich relevanten Zukunftsthemen. Der Träger des Großen Verdienstkreuzes mit Stern der Bundesrepublik Deutschland setzt sich auch außerhalb von Medien und Wissenschaft für ein tolerantes Miteinander ein. Für sein Engagement erhielt er mehrere Auszeichnungen, unter anderem den Leo Baeck-Preis. Ende der 1980er Jahre unterstützte Hubert Burda die Jerusalem Foundation. Er war Mitgründer der Initiative "Partner für Toleranz". Ihr sind großzügige Spenden für die Shoah-Foundation und für das Zentrum der Israelitischen Kultusgemeinde in München zu verdanken.

Wie zu den vorangegangenen Preisverleihungen werden auch in diesem Jahr angesehene Gäste aus Politik und Wirtschaft, Kultur und Medien erwartet. Angekündigt haben sich: US-Botschafter S.E. John B. Emerson; Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters MdB; Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen Dilek Kolat, Staatssekretär für kulturelle Angelegenheit; Vorsitzende des Vereins der Freunde der Nationalgalerie Gabriele Quandt; Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin Peter Raue; Geschäftsführender Gesellschafter TRUMPF GmbH + Co. KG Berthold Leibinger; Vorsitzender Atlantik-Brücke e.V. Friedrich Merz; Stellv. Vorsitzende des Aufsichtsrates Axel Springer AG Friede Springer.

Bildmaterial für die Berichterstattung unter Beachtung des Bildnachweises finden Sie zum Download ab dem 9. November, 14 Uhr unter: jmberlin.de/fotodownload

Die Preisträger 2002-2013

Der "Preis für Verständigung und Toleranz" wurde 2002 erstmals an Berthold Beitz, Vorsitzender des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, und an Heinrich v. Pierer, damaliger Vorstandsvorsitzender der Siemens AG, vergeben. 2003 wurden Friede Springer, Verlegerin, und Otto Schily, damaliger Bundesinnenminister, geehrt. Weitere Preisträger waren 2004 Michael Otto, Unternehmer, und Johannes Rau, Bundespräsident a.D.; 2005 Heinz Berggruen s.A., Kunstsammler und –mäzen, und Otto Graf Lambsdorff, Politiker; 2006 Daniel Barenboim, Dirigent und Pianist, und Helmut Panke, Manager; 2007 Helmut Kohl, Bundeskanzler a.D., und Fritz Stern, Historiker; 2008 Roland Berger, Unternehmensberater, und Imre Kertész, Schriftsteller; 2009 Michael Verhoeven, Filmregisseur, und die Bosch-Gruppe; 2010 Jan Philipp Reemtsma, Literaturwissenschaftler, und Hubertus Erlen, Wirtschaftsmanager; 2011 Bundeskanzlerin Angela Merkel; 2012 Richard von Weizsäcker, Bundespräsident a.D., und Klaus Mangold, Industriemanager, 2013 Iris Berben, Schauspielerin, und Berthold Leibinger, Unternehmer.