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Auf dem Weg zu mehr Bezahlung

Startseite Ausbildung Erstellt von Eva-Anabelle v.d. Schulenburg

"Es gibt kein einheitliches Erfolgsmodell für Paid Content, sondern die Verlage müssen ihren eigenen Weg ausloten.

„Es gibt kein einheitliches Erfolgsmodell für Paid Content, sondern die Verlage müssen ihren eigenen Weg ausloten." Es gelte vor allem, unverwechselbaren Mehrwert für die User zu schaffen und ihnen zu vermitteln, so Francois Bonnet, Chief Editor und Co-Founder Mediapart.fr und erster Redner des Paid Content Expertenforums der VDZ Zeitschriften Akademie in Hamburg.

Zuvor hatte Dr. Bastian Schwithal, Leiter Expertenforen der VDZ Zeitschriften Akademie, vor über 100 Gästen und 20 Experten das Forum eröffnet. Dr. Schwithal sieht beim Thema Paid Content eine gewaltige Aufgabe der Verlage, denen es gelingen muss, Geld zu verdienen, indem sie wertvolle Inhalte generieren und an immer anspruchsvollere Kunden distribuieren.

Mut macht das verlegerische preisgekrönte Online-Modell, das Francois Bonnet präsentierte. Mediapart.fr steht für einen hochqualitativen und investigativen Journalismus als Bezahlmodell im Internet. Bonnet ermutigte die Medienvertreter, Bezahlinhalte im Internet zu entwickeln, indem er die Erfolge des Magazins Mediapart.fr präsentierte. Dieses habe sich mit langen, gründlichen und hintergründigen Artikeln Freunde gemacht. Mittlerweile habe Mediapart.fr weit über 20.000 Abonnenten.

Über die Erfolgsfaktoren von der Produktseite sprach Felix Nickl, Managing Director Greenwich Consulting. Dazu gehören unter anderem digitaler Mehrwert, kanalspezifische Angebote, geeignete Preismodelle und Bezahlmethoden.

Annette Erhardt vom Beratungshaus Simon&Kucher gab Orientierung über das Pricing, das derzeit durch unterschiedlichste Modelle und Preise gekennzeichnet sei. Die Schwierigkeit bestehe darin, Paid Content einzuführen, ohne zu viele User zu verlieren. Dieser Übergang sei schwierig. Wichtig sei es, im Produkt- und Kanalmix zu klären, woher die Erlöse kommen sollen. Statt eines Kosten-plus-getriebenen Ansatzes sei ein wertorientiertes Pricing zu empfehlen. Im Übrigen läge die Zahlungsbereitschaft bei News-Apps – so eine neue Studie – zwischen zwei und drei Euro. Diese Zahlungsbereitschaft dürfe durch niedrigpreisige Angebote nicht kaputtgemacht werden.

Harald Eisenächer, Deutsche Telekom, plädierte für Partnerschaften als Voraussetzung für den nachhaltigen Erfolg der neuen Geschäftsmodelle.

Dr. Olaf Conrad, Geschäftsführer des DPV, Sprecher der VDZ-AG ePublishing betonte, dass Verlage von der neuen Geräte-Entwicklung profitieren würden. Das iPad biete neue Chancen, aber das damit verbundene Geschäftsmodell berge auch Risiken für Verlage. Auf die Verlage kämen Herausforderungen zu, neue Plattformen zu entwickeln, neue Spielregeln aufzustellen und so attraktive Zielgruppen zu gewinnen.

Weitere Vorträge von Beratern und vor allem Praktikern bestimmten den Nachmittag. Dr. Ulrich Schmitz, CTO Geschäftsführungsbereich Elektronische Medien, Axel Springer, berichtete über den Erfolg der Bild- und Welt-Apps mit mehr als 175.000 verkauften Einheiten. Erfreulich sei nicht nur das überraschende Interesse der Kunden an den Apps, sondern auch, dass viele Kunden den Bezug der Apps verlängerten. Die nächsten Schritte bei Springer seien die Ausweitung auf weitere Endgerätegruppen, auf weitere relevante Plattformen und die Entwicklung neuer Produkte und Varianten. Beim noch auszubauenden App-Angebot handele es sich aber nur um eine Zwischenstufe, die Nutzer jedoch auch zu Print hinführte.

Auf dem Expertenpanel zweifelte Dirk Kraus von YOC, dass es gelingt, wirtschaftlichen Erfolg mit PC-Modellen zu erzielen. Markus Peuler, Fox Mobile Group, sieht in den Tablets die Chance, Zeitungen wieder erlebbarer zu machen. Auf keinen Fall dürfe sich hier eine Kostenlos-Kultur etablieren. Ulrich Hegge von Burda setzt darauf, dass die Verlage ein besseres inhaltliches Angebot als andere Markteilnehmer machen.

Neofonie-Chef Helmut Hoffer von Ankershoffen prognostizierte, dass die Plattformen eine stärkere Rolle spielen werden. Deswegen fände er es gut, wenn die Verlage hier kräftig mitgestalten würden. Dirk Kraus und Markus Peuler warnen Verlage davor, sich alleine auf Apple-Geräte zu konzentrieren. Stattdessen sollten sie eine Mehrgeräte-Strategie verfolgen. Andere Mobilfunk-Anbieter würden dem Wegbereiter Apple mit viel Entwicklungsstärke folgen.

Die Stiftung Warentest, so Andreas Gebauer, Chefredakteuer test.de,  hat gute Erfolge mit dem Verkauf von Inhalten, der 2000/2001 eingeführt wurde. Im Mittelpunkt des Geschäftsmodells stehen relevante und nutzwertige Inhalte ohne Anzeigen. 1997 startete die Stiftung mit dem Ziel einer Refinanzierung durch Contentverkauf. Die Website ist Vertriebskanal, sogar als stärkster Zuträger für Print-Abonnements.

Abschließend erläuterte Helmut Hoffer von Ankershoffen die technischen Herausforderung der Tablet-PCs durch die Unterschiedlichkeit der technischen Plattformen und Displays.

Dr. Bastian Schwithal fasste zusammen: "Das Paid Content Expertenforum hat die vielfältigen neuen Chancen und Wege von Tablet PCs deutlich gemacht. Jeder Verlag muss seine eigene Lösung finden, basierend auf seinem Markenkern. Eine Fixierung auf nur eine technische Plattform allein sei eine riskante Strategie."

Das Video zum Expertenforum sehen Sie hier

Die Bildergalerie finden Sie hier

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