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Vertrieb

Anspruchsvolle ePublishing Angebote bei vielen Verlagen in Entwicklung

Startseite Print & Digital Vertrieb Erstellt von Eva-Anabelle v.d. Schulenburg

Im Mittelpunkt der 3. Sitzung der VDZ AG ePublishing standen die ersten Erfahrungen mit dem iPad 100 Tage nach dessen Einführung sowie die ePublishing-Strategien der Verlage.

Im Mittelpunkt der 3. Sitzung der VDZ AG ePublishing standen die ersten Erfahrungen mit dem iPad 100 Tage nach dessen Einführung sowie die ePublishing-Strategien der Verlage. Dr. Olaf Conrad, G+J dpv und Sprecher der AG ePublishing, stellte fest, dass die Verlage das iPad als ein neues Medium sui generis ansehen, das zusätzliche Nutzergruppen erschließt, veränderte Nutzungssituationen hervorbringt und eine Zahlungsbereitschaft für digitale Inhalte mitbringt. Für ePublishing-Anbieter heißt das, für ihre Apps nicht nur die bisherigen Erfahrungen aus den klassischen Medien zu übertragen, sondern auch neue Wege bei der Gestaltung, beim Pricing und bei der Anzeigenvermarktung zu gehen.

Nach einer aktuellen Expertenbefragung von VDZ und dem Beratungsunternehmen Vocatus sind die wichtigsten Themen für eine langfristig erfolgreiche ePublishing-Strategie die Produktgestaltung, die Schaffung eines Mehrwertes gegenüber Print, die Bedienbarkeit und Navigation und die Vertriebspreisstrategie. Diesen Themen widmete sich die Sitzung der AG.

Bei der Produktgestaltung, so Michael Schiessl, eyesquare, käme es darauf an, die intuitive Interaktion und die Multi-Medialität zu nutzen, wie zum Beispiel mit slide-shows oder animierten Info-Graphiken. Die medialen Versprechungen, die das iPad mit sich bringe, müssten eingelöst werden, um beim Nutzer Erfolg zu haben.

Aber auch die Inhalte sollen Einfluss auf die Navigation haben. User kaufen  Applikationen überwiegend wegen der Inhalte, so Tom Levine und Tom Cole von der Agentur KircherBurkhardt, nicht wegen der Navigation. Unter dem Stichwort Content-driven-Navigation sollen Innovationsgruppen in den Verlagen, denen auch Journalisten angehören, neue Lösungen entwickeln, bei denen sich die Navigation jeweils aus der individuellen Geschichte ergibt (analog zur Infografik).

Auch auf die wichtige Frage des richtigen Preises für Applikationen gibt es keine generische Antwort. Dabei fühlen sich immerhin schon 60 Prozent der Verlagsexperten in der Befragung von VDZ und Vocatus bei der Preissetzung für ePublishing-Angebote sicher. Beim Pricing, so Dr. Florian Bauer von Vocatus, helfe die Orientierung an bekannten Parametern nicht, weder der Content-Umfang noch die Orientierung am Printpreis seien relevant. Das Pricing müsse rein aus Sicht der Zahlungsbereitschaft der Nutzer gestaltet werden und diese Zahlungsbereitschaft könnte noch beeinflusst werden, da es die Produkte in der Wahrnehmung der Nutzer noch nicht gibt. Er empfahl deshalb auch eher mit höheren Preisen zu beginnen und diese dann ggf. zu senken, als andersherum, da Preiserhöhungen vom Nutzer immer schwieriger als Preissenkungen zu akzeptieren wären.

In diesem Zusammenhang wurde auch die richtige Markteintrittsstrategie diskutiert: Von Anfang an auf jeden Fall dabei sein, wenn auch nur mit einer pdf-App zum Null-Tarif oder Niedrigpreis oder Abwarten, in Ruhe entwickeln und dann mit einer sehr professionellen, angemessen bepreisten Applikation beginnen? Eine anspruchsvolle, gut gemachte App-Entwicklung ist zeitintensiv, wie die attraktive Vogue-App zeigte, die auf der Sitzung präsentiert wurde. Dr. Bauer plädierte dabei für eine mittelfristige Strategie, Qualität gehe vor Schnelligkeit.

Beim Thema digitale Vertriebsplattform stellten D. Burger und M. Kon von der Unternehmensberatung OliverWyman aus den USA den Stand von next issue media, dem US-Vertriebs-Konsortium von fünf Großverlagen, und Gruner+Jahr dpv den aktuellen Stand beim eKiosk „Pubbles“ vor, der kurz vor dem Start steht.

Die nächste, 4. Sitzung der Arbeitsgemeinschaft ePublishing, findet am 19.11.2010 in Berlin am Rande der Zeitschriftentage statt.

Die Zusammenfassung der Präsentationen kann (nur) von VDZ-Mitgliedern kostenlos per eMail bei Anja Mumm, a.mumm[at]vdz.de, bestellt werden.