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2. VDZ Tech Summit löste Anspruch erstklassigen und hoch nutzwertigen Wissenstransfers ein

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Hackathon-Gewinner ausgezeichnet | Best Practices mit konkreten Lösungsansätzen für den Transformationsprozess | Positive Bilanz des Veranstalters VDZ Akademie

Über 150 IT- und Business-Entscheider besuchten den VDZ Tech Summit

Der 2. VDZ Tech Summit setzte viele neue Akzente, um den Anspruch einzulösen, erstklassigen und hoch nutzwertigen Wissenstransfer für die Verlage zu bieten. Dazu gehörte erstmals ein Hackathon, dessen Gewinner-Team Ytrend.io gestern von Heiner Ulrich, dem Vorsitzenden der Arbeitsgruppe IT im VDZ und stellvertretenden IT-Leiter im SPIEGEL-Verlag, ausgezeichnet wurde. Auf dem Hackathon in Kooperation mit Axel Springer Media Plug & Play zum Thema Bewegtbild entwickelten mehr als 100 internationale Vertreter der Developer-Szene 24 Stunden lang neue Prototypen und Geschäftsmodelle.

Ergänzend dazu informierte Ingo Eichel, Business Development Manager, Adobe Systems, was sein Unternehmen mit der Digital Publishing Suite zu mobiler Kommunikation beitragen kann. Die Komplexität der Aufgabe zeige sich in den Content- und Layoutvarianten, der Distribution an unterschiedliche Geräteklassen und App-Stores, den Analysedaten für Anzeigenkunden bis hin zur Workflow-Optimierung.

Im Mittelpunkt des Programm-Slots "Content-driven Business" war der Vortrag "Digital-Asset-Management-Systeme in Verlagen – Nutzen, Herausforderungen, Praxisbeispiele". David Best, Senior-Berater bei Kirchner + Robrecht Management Consultants, stellte einschlägige Systeme und ihre Einsatzmöglichkeiten in Verlagen vor. DAM-Systeme seien heutzutage die Basis für effizientes Crossmedia Publishing. Anhand von Praxisbeispielen zeigte Best, worauf bei der Auswahl und Implementierung im Medienhaus geachtet werden müsse: "Eine genaue Analyse des Bedarfs und eine strukturierte Anbieterauswahl sind unerlässlich, um in dem mittlerweile unüberschaubaren Markt das geeignete DAM-System auswählen zu können".

Ard Weiher, Entwicklungsleiter für den Bereich Premium Content Platform, und der Plattformverantwortliche Henning Groß beim Axel-Springer-Inkubator ideAS, gaben einen Überblick über ihre zentrale Plattform für Premiuminhalte und Nutzerdaten bei Axel Springer. Die Kongressteilnehmer profitierten vom hohen Praxisbezug des Paid-Content-Vortrags. So machten die Sprecher deutlich, dass speziell der Einsatz von Open Source Software große Vorteile mit sich bringe – nicht nur in Form von Effizienz und Funktionssicherheit, sondern auch, indem man dadurch ein attraktiver Arbeitgeber für hochqualifizierte Entwickler werde. Und zum Thema Paid Content drückten die Sprecher ihre Zufriedenheit mit den bislang überraschen guten Ergebnissen aus – obgleich es auch noch Verbesserungspotenzial gebe.

"Content First – vom Printverlag zum Content-zentrierten Medienhaus" heißt das Pilotprojekt der Motor Presse Stuttgart, das der CTO des Verlagshauses, Markus Ilka, präsentierte. Dabei zeigte er vor allem die Möglichkeiten und Grenzen einer medienneutralen Produktionsweise der Inhalte auf und beschrieb das Ziel, das im Zusammenbeispiel zwischen Technik und Redaktion erreicht werden sollte: Die Inhalte direkt, mit möglichst wenig Aufwand, so schnell und automatisiert wie möglich in unterschiedliche Produkte bzw. Kanäle ausspielen zu können. Neben der technischen Expertise seien dabei vor allem die Prozesse rund um die Content-Erstellung in das Projekt eingeflossen. Ilka: "Unter den Bedingungen der fortlaufenden Content-Produktion ohne EVT wird der Redakteur zum Content Manager."

Im letzten Programmpunkt IT Organisation widmete sich Sebastian Horn, Head of Business Development von Sourcefabric, der Frage, wie Redaktionen von freier Software und neuen Partnerschaften profitieren können. Dazu bewertete er, wie sich der Einsatz von Open Source Software von proprietären Lösungen unterscheidet. Provozierend stellte er die rhetorische Frage, warum Verlage überhaupt Geld für teure Lizenzen proprietärer Verlagssoftware aufwendeten, anstatt ausschließlich Open Source Software zu nutzen. Denn die Vorteile von Open Source für Verlage liegen für Horn auf der Hand: "Neue Ideen und Formate lassen sich unkompliziert umsetzen; maßgeschneiderte, benutzerfreundliche Lösungen schaffen Freiräume für Kreativität, und flexible Softwarelösungen erlauben eine schnelle Adaption neuer Anforderungen."

Eva-Maria Bauch, Geschäftsführerin von G+J Digital Products, beschrieb die Transformation des Publishing-Geschäfts bei Gruner + Jahr und gab einen Einblick in die Digitalstrategie des Medienhauses. Dazu gehörte auch, wie dessen Aufbauorganisation designt wurde: "Verlags-IT und Digital Products sind bei Gruner + Jahr seit zwei Jahren getrennt", berichtete die Digitalmanagerin. Als wichtigen Erfolgsfaktor kennzeichnete Bauch ein effizientes Zusammenspiel zwischen Technologie, Redaktionen und Business Management.

Risiken eingehen, neue Wege beschreiten und flexibel auf Veränderungen reagieren – das gehöre unauflösbar zur DNA erfolgreicher Startups, beschrieb Dr. Michael Sauter, Managing Director, Quarter/To Ventures, das Erfolgsmodell junger Unternehmen. "Wer sich für ein neues Produkt nicht schämt, hat es zu spät rausgebracht", meinte Sauter. Auch etablierte Unternehmen müssten diese Eigenschaften in ihrer Unternehmenskultur implementieren, um auch im Wandel erfolgreich zu sein. Zudem sei eine Zusammenarbeit mit Start-ups in vielen Fällen eine gute Gelegenheit, die eigene Innovationskraft zu stärken und neue Ideen zu entwickeln.

"Nationale und internationale interessante Cases zeigen deutlich, dass Technik als Treiber von Unternehmensstrategie und -innovation der Faktor für Wettbewerbsfähigkeit und Fortschritt in Medienhäusern schlechthin ist", sagte Sven König, Geschäftsführer der VDZ Akademie. Und weiter: "Das Ziel, den Tech Summit als Netzwerkplattform zu etablieren, haben wir erreicht." Die große Resonanz aus den Medienhäusern ist ein Beleg dafür, dass IT- und Business-Manager von dem Programm-Mix profitierten, der Strategie, Praxis und Vision verzahnt.

Der 3. VDZ Tech Summit findet am 24. und 25. November2015 in Hamburg statt. Weitere Informationen unter vdz-tech-summit.com.