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Publishers' Night, Goldene Victoria, Königin Rania, Angela Merkel

Laudatio von Königin Rania zur Verleihung der Goldenen Victoria an Dr. Angela Merkel

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- offizielle Übersetzung, es gilt das gesprochene Wort -

Königin Rania hielt bei der Publishers' Night die Laudatio für Victoria-Preisträgerin Dr. Angela Merkel (Foto: VDZ/Bildschön)

Königin Rania hielt bei der Publishers' Night die Laudatio für Victoria-Preisträgerin Dr. Angela Merkel (Foto: VDZ/Bildschön)

Ihre Hoheit Königin Rania Al-Abdullah
Preisverleihung an Bundeskanzlerin Angela Merkel
VDZ Publishers‘ Night
Berlin, Deutschland
5. November 2018

 

Guten Abend alle Miteinander und vielen Dank, dass ich heute Abend mit einbezogen werde. Ich bin stolz, den Feierlichkeiten beizuwohnen, welche die Werte des Abends repräsentieren.

Nicht weit von hier wacht eine goldene Frau über diese Stadt. Sie ist ein Symbol der Ehre, Triumph und Tapferkeit und steht aufrecht auf ihrer Säule, welches ihr Heim ist.

Mir wurde gesagt, dass die Victoria eine Art Muse für diese Organisation darstellt.

Mir scheint es, dass ihr Kampfgeist für ihre Aufgabe relevanter denn je ist.

Fanatismus und Hass sind keine neuen Ideen, jedoch haben sie in unserer digitalen Zeit an Fahrt und Einfluss gewonnen, wo Empörung sich von alleine verkauft und mit jedem Klick weiter verbreitet wird.

Eine starke, freie Presse ist unerlässlich, um diese spaltenden Kräfte zu bekämpfen: um Licht ins Dunkel zu bringen, um Unwahrheiten mit Fakten entgegenzuwirken und die Mächtigen zur Verantwortung zu bringen.

Die Presse kann die Wahrheit aussprechen, wo andere es nicht können, sich nicht trauen oder es einfach nicht möchten. Sie geben den Stummen eine Stimme, fordern Aufmerksamkeit für Themen, die sonst ignoriert werden.

Ich möchte Ihnen allen in diesem Raum, die diese Aufgabe täglich meistern, ein großes Lob aussprechen.

Hiermit möchte ich auch den VDZ dafür würdigen, dass sie für etwas stehen, dass größer ist als sie selbst.

Durch die Gründung der Deutschlandstiftung Integration, haben sie ihre Stimme für Offenheit abgegeben. Sie stellten klar, dass Deutschland profitiert, wenn es jedem die Chance gibt seinen Beitrag zu leisten.

Heute Abend habe ich die Ehre, die Goldene Victoria an die Schirmherrin der Stiftung zu überreichen. Einer Führungspersönlichkeit, die mehr Beiträge geleistet hat als gezählt werden können: Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel.

Seit ihrer Amtseinführung hat sich Kanzlerin Merkel die Bewunderung und den Respekt der Welt  für ihr unerschüttlerliches Engagement für Stabilität, Wohlstand, Freiheit und Frieden erworben.

Dies war keine leichte Aufgabe. Seit 2005 haben wir viele Krisen erlebt – und Deutschland, hier im Herzen Europas, wurde dazu aufgerufen Lösungen für alle zu finden.

Von finanziellen Turbulenzen, über terroristische Angriffe, über Naturkatastrophen, zu Gewaltkonflikten - wir leben in einer unruhigen und turbulenten Welt, die nie zur Ruhe kommt.

Jedoch, ein ums andere Mal, hat es die ruhige Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit der Kanzlerin Deutschland ermöglicht nicht nur einen sicheren Weg einzuschlagen, sondern auch die Weltgemeinschaft durch den Sturm zu lotsen.

Und was für mich am ausschlaggebendsten ist, ist die Art ihrer Führung.

Als ausgebildete Wissenschaftlerin ist sie geduldig, fokussiert und sehr bedächtig in ihren Bemühungen. Sie nimmt Probleme auseinander, untersucht diese vorsichtig und hilft uns diese so zu sehen, wie sie tatsächlich sind – und liefert somit ein Sicherheitsventil gegen jene, die lieber Chaos und Verwirrung schüren wollen.

Ja, sie ist eine Kämpferin – so stark und entschlossen wie Victoria selbst.

Aber, anstatt die Menschen gegen einander auszuspielen, kämpft Kanzlerin Merkel dafür sie alle zusammen zu bringen.

Wahrscheinlich, weil sie selbst die Auswirkungen von Isolation und Trennung erlebt hat.

Sie weiß, wie es ist keine Freiheit zu haben, eingesperrt oder ausgesperrt zu sein durch eine Mauer.

Also hat sie für ein Europa gekämpft, verbunden durch gemeinsame Werte für ein gemeinsames Anliegen.

Sie hat für Würde, Vielfalt, Humanitarismus und Mitgefühl gekämpft.

Ihre Vision war immer die Einigkeit – ein vereintes Deutschland, ein vereintes Europa, eine vereinte Familie von Nationen. Sie weiß, dass unsere Zukunft heller ist, wenn wir alle auf einer Seite stehen.

Nirgendwo wurde dies deutlicher als im Sommer 2015, als sie dieses Land hinter sich scharte, um mehr als eine Million Flüchtlinge willkommen zu heißen.

„Wir schaffen das“, sagte Angela Merkel und die deutsche Bevölkerung gab ihr Recht.

Für mich, sowie für uns alle in Jordanien, war dies ein Moment großen Stolzes in Bezug auf die Freundschaft unserer Nationen. Wir haben ebenfalls unsere Nachbarschaften, unsere Herzen und unsere Möglichkeiten für jene in Not geöffnet. Heute ist jeder Siebte in meinem Land ein Flüchtling.

Wir könnten diese Verantwortung ohne die Solidarität und Unterstützung Deutschlands nicht schultern.

Und, aufgrund unserer Erfahrung in Jordanien, weiß ich: solch einer Führung bedarf es großen Mutes. Politischen Mutes. Moralischen Mutes. Den Mut der eigenen Überzeugungen.

Ich weiß, dass das Thema Einwanderung heutzutage in Deutschland ein kontroverses Thema ist.

Nur Sie können für sich selbst entscheiden, welchen Weg Sie ab jetzt einschlagen wollen.

Aber als eine Person, die von außen auf Deutschland schaut, und die selbst sehr gut versteht, welche Belastung ein solcher Massenzustrom an Flüchtlingen bedeutet, möchte ich die Dankbarkeit der Jordanier, sowie der Welt über den Mut Deutschlands zum Ausdruck bringen.

Wir sind dankbar für das wunderschöne Beispiel, welches Deutschland gegeben hat – herzlich auf die Neulinge zuzugehen, um ihnen bei der Eingewöhnung an ein neues Zuhause, neue Schulen, neue Leben zu helfen.

Wir sind dankbar für Kanzlerin Merkels Glaubenssatz „Angst ist niemals ein guter Ratgeber, weder in unserem Privatleben, noch in unserer Gesellschaft“.

Denn, am Ende des Tages müssen wir uns selbst fragen: in was für einer Welt möchten wir leben?

Stellen Sie sich vor, wie anders die Weltlage sein könnte, wenn Kanzlerin Merkels moralischer Kompass die Norm wäre.

Stellen Sie sich die Rechte vor, die gewahrt wären, das Leid, das hätte verhindert werden können, die Krisen, die hätten vermieden werden können, die Leben, die hätten gerettet werden können.

Trotz ihrer langjährigen Amtsführung scheint ihre Art der Führung heutzutage mehr als je zuvor einzigartig zu sein. Und doch wird diese nun dringender benötigt als je zuvor und ist auch wertvoller denn je.

Sie führt, wie sie lebt: sie vertaut ihrem Intellekt, ihrer Erfahrung und ihrem Gewissen, um ihr den Weg zu weisen.

In diesem Prozess hat sie diesem außergewöhnlichen Land dabei geholfen, sein Bestes nach Außen zu tragen.

Aufgrund dessen fühle ich mich geehrt und bin stolz drauf, die Goldene Victoria an eine Brückenbauerin zu überreichen, einer Veränderungsmacherin, einer Hoffnungsgeberin und Freundin: Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel. //

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