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Rück-und Ausblick der Verbände: VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer in der aktuellen Ausgabe des dnv 24-25/2017

dnv - der neue vertrieb 24-25/2017, S. 20

1. Welche Pressetitel haben Sie im vergangenen Jahr (neu) für sich entdeckt?
Zu viele, um sie hier aufzuzählen. In Deutschland gibt es mehr als 1.600 Publikumstitel und über 4.000 Fachmedien – über 9.000 Journalisten arbeiten bei den Zeitschriftenverlagen. Mich begeistert die Vielfalt der Zeitschriften: Ich kann zu jedem Thema, egal ob beruflich oder privat, erstklassigen Journalismus finden.

2. Was war in diesem Jahr der größte Erfolg für Ihren Verband?
Die GWB-Novelle, die den Verlagen Kooperationen außerhalb der Redaktionen ermöglicht, kann tatsächlich große Veränderungen mit sich bringen. Gemeinsame Plattformen können den Verlagen bessere Wettbewerbschancen geben. Auch im Rahmen der Grossoverhandlungen kommen diese Kooperationsmöglichkeiten zum Tragen: Hier ist Augenmaß gefragt, um für kleine, mittlere und große Verlage ein tragfähiges, effizientes Vertriebssystem, das Ubiquität und Vielfalt erhält, zu sichern. Auch die Entscheidung der EU-Kommission, Googles Missbrauch der eigenen Monopolpositionen klar zu benennen und mit der höchsten jemals ausgesprochen Strafe zu belegen ist ein Meilenstein – es waren die Verleger, die dieses Verfahren vor bald zehn Jahren ans Laufen brachten. Auch beim redaktionellen Datenschutz konnte bisher das Schlimmste verhindert werden.

3. Worin bestand die größte Herausforderung?
Der Drang der Politik in Berlin und Brüssel, den Bürger zu behüten, vor sich selbst zu schützen und ihm das Nachdenken wohlmeinend abzunehmen, nimmt weiter zu. Die E-Privacy-Verordnung würde nach dem aktuellen Stand die Monetarisierungsmöglichkeiten der journalistischen Angebote in Europa und darüber hinaus der gesamten europäischen Digitalwirtschaft massiv einschränken und dabei das Surfen für den Bürger mühsamer machen; nur die amerikanischen Digitalriesen können sich beim aktuellen Stand die Hände reiben. Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz will Hate Speech und Fake News auf Facebook stoppen, gibt da-bei aber die Kontrolle darüber und die Hoheit über Presse- und Meinungsfreiheit zu entscheiden in die Hand der Plattform, und macht damit den Social-Media-Monopolisten gleichzeitig zum weltgrößten Zensor. „Rechtsprechung“ wird faktisch privatisiert. Ein Dauerbrenner sind weitere Werbebeschränkungen für legal erhältliche Produkte unter dem Deckmantel des Verbraucherschutzes. 

4. Welches Thema, das im Laufe des Jahres 2017 wichtig geworden ist, wird Ihren Verband in den kommenden Jahren noch weiter beschäftigen?
Zentrale Themen sind E-Privacy, Durchsetzung des EU-Verlegerrechts, redaktioneller Datenschutz, keine Ausdehnung des Auftrags von ARD und ZDF und ganz entscheidend, die geplanten Verschärfungen des Telefonmarketings zu verhindern. Grundsätzlich nehmen die Herausforderungen massiv zu, faire Wettbewerbsbedingungen für die mittelständisch geprägte Verlagslandschaft in Deutschland zu erhalten. //

Dieser Beitrag erschien in „dnv - der neue vertrieb“ 24-25/2017, S. 20

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