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Gentner-Staffelstab in den Händen der vierten Generation

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Im PRINT&more-Interview spricht Gentner-CEO Robert Reisch über den Wechsel an der Spitze des Stuttgarter Familienunternehmens, die Corona-Krise, sein ehrenamtliches Engagement auf Verbandsebene und über seinen Dienst als Reservist. | erschienen in PRINT&more 2/2020

1979 trat Erwin Fidelis Reisch als Assistent der Geschäftsleitung in den Alfons W. Gentner Verlag ein. Seit 1983 führte er das Medienhaus als verantwortlicher Geschäftsführer und Verleger. Zum 1. Mai 2020 wurde der langjährig geplante Generationswechsel an der Spitze des Stuttgarter Familienunternehmens vollzogen: Erwin Fidelis Reisch (65, rechts im Bild) gab nach fast vier Jahrzehnten den Staffelstab an seinen Sohn Robert Reisch (37, links) weiter, der seit 2013 im Verlag aktiv ist. Damit übernimmt die vierte Generation die Verantwortung für das 1927 gegründete Medienunternehmen.


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PRINT&more| Seit 1. Mai sind Sie der neue CEO von Gentner – nach fast 40 Jahren mit Ihrem Vater an der Spitze des Unternehmens. Wie geht es Ihnen nach den ersten beiden Monaten in Ihrer neuen Rolle?

ROBERT REISCH | Mir geht es gut in der neuen Rolle und ich bin dankbar, dass wir auch unter besonderen Umständen den Generationswechsel erfolgreich vollzogen haben. Ich war seit 2017 CDO und wusste recht genau, was auf mich zukommt. Es ist aber auch so, dass die finale Übergabe durch die aktuellen Ereignisse deutlich überlagert wurde und ich bislang nicht so viel Zeit zum Reflektieren hatte.

Der Generationswechsel war strategisch schon lange geplant. Nun haben Sie in einer Phase der wohl größten globalen Krise übernommen. Wie geht es Ihnen und dem Haus in dieser Zeit?
Genau vor zehn Jahren haben wir die Weichen gestellt für die konkrete Nachfolge. Den Übergang hatten wir uns selbstredend anders vorgestellt. Dass die bis Anfang 2020 anhaltende lange Phase der Sonderkonjunktur irgendwann zu einem Ende kommt, war zu erwarten, jedoch nicht mit dieser Geschwindigkeit und Vehemenz. Die zunehmende Zurückhaltung einiger Werbekunden trifft uns als Fachmedienanbieter natürlich spürbar. Auch der Ausfall annähernd aller Fachmessen in unseren Zielgruppen seit März hinterlässt seine Spuren. Wir haben aber intern unsere Hausaufgaben zur  Krisenbewältigung gemacht und steuern jetzt durch die Krise hindurch. In der 93-jährigen Firmengeschichte gab es schon größere und kleinere Herausforderungen, sodass wir überzeugt sind, auch diese Zeit zu meistern.

Gibt es positive Entwicklungen in dieser Phase? Was hat sich für Sie geändert?
Jede Krise beinhaltet auch Chancen! Das wachsende Digitalgeschäft bei Gentner hat sich dieses Jahr deutlich dynamischer entwickelt als in den Vorjahren. Ich erkenne auch eine höhere Innovationskraft im Team und auch die gestiegene Bereitschaft, einfach mal Neues zu testen, zu probieren. Das Gentner-Team ist trotz räumlicher Distanz in der Kommunikation enger zusammengerückt durch wöchentliche »Corona Calls«. Und die eigenen Videokompetenzen sind rapide gewachsen.

Was sind Ihre nächsten Vorhaben und Projekte?
Wir sind gerade dabei, ein neues Branding und CI einzuführen. Die Familienmarke Gentner wird nach außen sichtbar gestärkt. Auch sind wir dabei, die Struktur weiter konsequent auf Digital und Kundenzentrierung umzubauen. Die steigenden digitalen Zugriffe bestärken uns darin. Daneben läuft aktuell das Projekt »New Print – wie sieht die Fachzeitschrift der Zukunft aus?«
Als Team-Captain des Gentner-Laufteams bin ich noch dabei, die ausfallenden Firmenläufe 2020 durch »Einzel«-Läufe zu kompensieren: jeder für sich und trotzdem (virtuell) zusammen!

Ihr Vater war über viele Jahre in zahlreichen ehrenamtlichen Funktionen im SZV, im VDZ und bei FIPP tätig. Auch Sie sind im SZV engagiert. Warum ist Ihnen das wichtig? Mit welchen Argumenten würden Sie andere Führungskräfte ebenfalls von »Verbandsarbeit« überzeugen?
Vermutlich bin ich da genetisch vorbelastet; schon mein Großvater war in den 1950ern auf Verbandsebene aktiv. Das ehrenamtliche Engagement war bei uns zu Hause immer präsent, daher musste ich nicht lange überlegen. Der SZV bietet mir Einblick und Wissensvorsprung bei den relevantesten Branchenthemen, die Chance, diese aktiv mitzugestalten, und den Austausch in einem tollen Netzwerk. Weiter gibt er gerade kleineren Verlagen die Möglichkeit, an professioneller Infrastruktur gewinnbringend zu partizipieren, wie bei der Ausbildung der Volontäre, den Azubi-Kursen oder der Kooperation mit der Akademie der Deutschen Medien.

Zudem sind Sie als Reservist der Bundeswehr tätig. Warum übernehmen Sie auch hier das zusätzliche Engagement? Haben Sie dafür als Gentner-CEO noch Zeit?
Seit meiner aktiven Dienstzeit habe ich mich selbst immer in Übung gehalten, durch regelmäßige Wehrübungen in der aktiven Truppe. Mein Antrieb war es, aktive Soldaten zu entlasten bei Vakanzen durch Urlaub, Einsatz oder Lehrgang und damit meinen Beitrag zur Einsatzfähigkeit zu leisten. Wie wichtig eine funktionierende Bundeswehr samt aktiver Reserve ist, sieht man in diesen Tagen. Momentan erstrecken sich meine Reservedienstleistungen vorrangig auf Wochenenden und Abendstunden. Mehrwöchige Übungen am Stück sind sicherlich nicht mehr ohne Weiteres möglich. Die Bundeswehr hat aber auch hier große Schritte gemacht und ist zeitlich flexibler geworden.

Was übernehmen Sie von Ihrem militärischen Dienst mit in den Verlag?
Manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich in »Lage – Aurag – Durchführung« denke oder mir die eine oder andere Bundeswehr-Floskel über die Lippen geht. Denitiv mitgenommen habe ich für mich wichtige Grundsätze der Menschenführung: Fürsorge, Kameradschaft und das »Führen von vorne«. Ein Grundsatz aus der Taktikausbildung ist mir heute noch sehr präsent: Auch als Unternehmer ist man gut beraten, stets »Reserven« zu bilden.

// Das Interview führte Antje Jungmann.

 

Lesen Sie hier das Interview mit Erwin Fidelis Reisch aus Impresso 1/2020 vom SZV.

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