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Der Wein ist mehr wert als die Flasche

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VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer zum Ergebnis der Bundestagswahl | im Video: Interview mit W&V

VDZ Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer hier beim DLD Europe in Brüssel am 4. September 2017 (© Pablo Garrigos/Picture Alliance for DLD)

Jamaika, Neuauflage der GroKo oder sogar Neuwahlen? Die politischen Entscheider in Berlin sind mit einer herausfordernden Situation konfrontiert, verantwortungsvoll eine tragfähige Regierung zu bilden, die den geballten Herausforderungen und Chancen unserer Zeit entgegentreten kann.

Die Welt ist komplex, einfache Antworten sind selten – den Brexit oder die Griechenlandkrise kann man nicht in einem Tweet erklären. Menschen brauchen für alle Lebensbereiche verlässliche Einordnung und Hintergrundinformationen, um entscheiden zu können. In den Echokammern des Internets kann man sich jede Meinung und Haltung bestätigen lassen. Auf Facebook kuratiert der Algorithmus die Meinung Gleichgesinnter in die Timeline. „News“ finden den Empfänger – komfortabel und ohne dafür zu bezahlen. Alles gut? Nach Jahren digitaler Besoffenheit, klug getrieben von mitreißendem Silicon-Valley-Marketing verändert sich die Diskussion in der Gesellschaft: Fake News, Hate Speech, unklare Absenderschaft verunsichern die Menschen. Die oft nicht angenehme Auseinandersetzung der Leser mit den journalistischen Medien birgt deshalb eine große Chance. Auch in der Politik gibt es deutliche Signale: Google droht eine massive Geldstrafe aufgrund des Missbrauchs seiner Marktmacht. Und bei Werbetreibenden ändert sich der Ton gegenüber Zeitschriften und Zeitungen. „As Google, Facebook, Twitter and others face accusations of giving a platform to hatred and fake news, and even of swinging elections, distrust in information shared on social media ought to increase public appetite for more traditional, reliable news providers“, so Martin Sorrell, CEO von WPP.

Verlage stehen für die unternehmerisch getragene, unabhängige Presse. In Zeiten von bewusst initiierten Gerüchtekampagnen, die sich getragen von digitalen Verbreitungskanälen mit Lichtgeschwindigkeit um die Erde bewegen, können die journalistischen Formate der Verlage auf allen Kanälen ihre Stärke zeigen. Klare Absenderschaft, mit Namen gekennzeichnete Beiträge, Chefredakteure, die im Sinne des Presserechts verantwortlich sind, verlässliche Umfelder für Leser und für Werbetreibende. Der Leser weiß, wer hinter einem Beitrag steht – und diejenigen sind dann auch greifbar. Für Lob, Kritik, als vertrauensvolle Quelle. Der Wein ist mehr wert als die Flasche, die ihn transportiert. Die Verlage investieren in ihre Marken und stehen im Kampf um Aufmerksamkeit. Faire Wettbewerbsbedingungen sind dabei zentral.

Der VDZ vertritt gemeinsam mit seinen Mitgliedern die Interessen der Verlage in Berlin und Brüssel. Aufgrund der GWB-Novelle können Verlage außerhalb der Redaktionen endlich stärker kooperieren. Auch bei der digitalen Mehrwertsteuer sind wir auf Europaebene vorangekommen. Die redaktionelle Datenverarbeitung darf nicht ausgehebelt werden – hier ist der deutsche Gesetzgeber gefragt. Die Verlage dürfen in ihren Geschäftsfeldern durch die E-Privacy-Verordnung auf gar keinen Fall weiter benachteiligt werden. Weitere Werbeverbote müssen unbedingt verhindert werden.

Diese Ziele lassen sich nur im gemeinsamen Schulterschluss aller Verlage erreichen. Die Silicon Valley Giganten, die großen Agenturnetzwerke, das Duopol im Privat-TV, die Öffentlich-Rechtlichen Sender, die Politik in Berlin und Brüssel muss den gemeinsamen Willen aller Verlage spüren, sich für Branchenziele und faire Wettbewerbsbedingungen einzusetzen.

Auf dem Publishers' Summit, am 6. und 7. November in Berlin, gibt es die nächste Gelegenheit, die Stärke, Geschlossenheit und Leistungsfähigkeit unserer Branche zu zeigen. Seien Sie mit dabei!

 

www.wuv.de/video/das_fordern_die_verleger_von_der_neuen_regierung

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