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M100 Special Talk "The Totalitarian Temptation" mit Can Dündar, Claudia Major, Saad Mohseni

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Der Special Talk findet am Mittwoch, dem 6. Oktober um 17.30 Uhr im Rahmen der internationalen Medienkonferenz M100 Sanssouci Colloquium statt.

M100 Special Talk “The Totalitarian Temptation” mit Can Dündar, Claudia Major und Saad Mohseni

Saad Mohseni, afghanisch-australischer Medienunternehmer und Mitbegründer und Vorsitzender der MOBY GroupDr. Claudia Major, Leiterin der Abteilung Internationale Sicherheit bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), und Dr. Can Dündar, türkischer Top-Journalist und Chefredakteur von Özgurüz, diskutieren im Rahmen des M100 Sanssouci Colloquiums über den Zustand der Demokratie und Gründe für den aufstrebenden Totalitarismus in der Welt. Moderiert wird die Diskussion von dem renommierten internationalen Fernsehmoderator Ali Aslan. Der Special Talk findet am Mittwoch, dem 6. Oktober um 17.30 Uhr (MEZ) im Schlosstheater des Neuen Palais in Potsdam statt. Die Veranstaltung wird live gestreamt auf www.m100potsdam.org .

Der (militärische) Abzug des Westens aus Afghanistan ist der dramatische Höhepunkt einer ganzen Reihe von in den letzten Jahrzehnten gescheiterten Versuchen des Nation Building, vor allem islamisch geprägter Staaten. Auch Ländern wie Somalia, Liberia, Kongo, Mali und dem Irak hat das Engagement westlicher Staaten weder Frieden noch Freiheit gebracht, sondern meist Armut, Krieg und Terror noch verstärkt. Der national-autoritäre Backlash, den mittel- und osteuropäischen Länder wie Polen und Ungarn vollzogen haben, zeugt davon, dass Rechtsstaatlichkeit, so genannte „westliche Werte“ und der Weg zur liberalen Demokratieform auch in Europa keine Selbstläufer sind. So sind nach einer Studie des „National Endowment for Democracy“ demokratische Länder heute insgesamt anfälliger für autoritäre Tendenzen „als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt in der Zeit nach dem Kalten Krieg“.

Bei allen Unterschieden: Wo liegen die Parallelen zwischen diesen unterschiedlichen Erfahrungen? Was macht Menschen und Regierungen so anfällig für autokratische Herrschaftsformen? Führt die Globalisierung am Ende nicht zu einer Verbreitung der Demokratie sondern zur Globalisierung des Autoritarismus? Und was lässt sich der totalitären Versuchung (“totalitarian temptation“) entgegensetzen?

Can Dündar arbeitet seit 40 Jahren als Journalist für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften. Er war bis August 2016 Chefredakteur der türkischen Tageszeitung Cumhuriyet, hat zahlreiche TV-Dokumentationen produziert und arbeitete als Anchorman für mehrere Nachrichtensender. Nachdem er wegen eines Artikels über die Beteiligung des türkischen Geheimdienstes am Syrienkrieg zu 5 Jahren und 10 Monaten Haft verurteilt worden ist, ging er im Juni 2016 ins Exil nach Deutschland. Hier gründete er die Nachrichten-Website #Özgürüz und arbeitet als Kolumnist für deutsche Medien. 2017 wurde er für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Er ist Autor von mehr als 40 Büchern.

Dr. Claudia Major ist Leiterin der Abteilung Internationale Sicherheit bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin. Ihre Forschungs-, Beratungs- und Publikationstätigkeit konzentriert sich auf die Sicherheits- und Verteidigungspolitik in Europa und im transatlantischen Kontext (NATO, EU, Deutschland, Großbritannien, Frankreich). Ihre jüngsten Veröffentlichungen befassen sich mit der deutschen Sicherheits- und Verteidigungspolitik, der strategischen Anpassung und zukünftigen Entwicklung der NATO, der europäischen Verteidigung, der strategischen Autonomie und den deutsch-französischen Beziehungen im Verteidigungsbereich. Zuvor war sie am Zentrum für Sicherheitsstudien der ETH Zürich, bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (Berlin), am EU-Institut für Sicherheitsstudien (Paris), im Auswärtigen Amt (NATO-Referat) und an der Sciences Po Paris tätig

Saad Mohseni ist ein afghanisch-australischer Unternehmer und Vorsitzender der MOBY Group, des größten Medienunternehmens Afghanistans. Das Unternehmen hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten erstklassige Nachrichten- und Medieninhalte in Schwellen- und Grenzmärkte gebracht und wurde in Afghanistan zu einem Symbol der Freiheit. Für die Arbeit, die Mohsenis Nachrichten- und Fernsehnetzwerke in Afghanistan zur Stärkung der Zivilgesellschaft und zur Verteidigung der Frauenrechte geleistet haben, war er 2015 in der BBC-Rangliste der „10 Men Global Championing Gender Equality“. Mohseni ist Mitglied des Beirats der International Crisis Group und des International Advisor Council für das Middle East Institute (MEI). Er war zwei Jahre lang Mitglied des Vorstands des International Center for Journalists.

Im Anschluss findet die Verleihung des M100 Media Award an den russischen Oppositionspolitiker Alexei Nawalny und seine Stiftung FBK (Anti-Corruption Foundation) statt. Den Preis für den seit Januar inhaftierten Nawalny nimmt sein engster Mitarbeiter und Vertrauter Leonid Volkov entgegen. 

Die Laudatio hält der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner, der sich seit Monaten für die Freilassung Nawalnys einsetzt.

Zuvor diskutieren beim M100 Sanssouci Colloquium unter dem Titel „From Crisis in Perpetuity to Democratic Resilience“ in einem hybriden Format rund 100 Medien- und MeinungsmacherInnen aus Europa und den USA über die Krisenfestigkeit unserer Demokratie, über Leadership (post-)Corona, das Verhältnis von Politik, Wissenschaft und Medien, Gründe für ein Anwachsen antidemokratischer, autokratischer Herrschaftsformen sowie über Verantwortung und aktuelle Herausforderungen der Medien in dieser Gemengelage.

Eine aktuelle Übersicht über die Teilnehmerinnen und Teilnehmer finden Sie hier.
Die Agenda finden Sie hier.

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