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22.12.2009

Gebührenfinanziertes Gratis-App der ARD schadet Verlagen

Marktverzerrung zu Lasten der Verlage in existenzieller Umbruchphase


Die deutschen Zeitschriftenverleger kritisieren das Vorhaben der ARD, im nächsten Jahr die Tagesschau kostenlos für das iPhone zur Verfügung zu stellen, aufs Schärfste. „Damit dehnt die gebührenfinanzierte ARD erneut ihren Auftrag zu Lasten der Zeitungs- und Zeitschriftenverleger aus“, heißt es in einem Brief von VDZ-Geschäftsführer Wolfgang Fürstner an Kulturstaatsminister Neumann und die Ministerpräsidenten der Länder. In seinem Schreiben bittet der VDZ die Angesprochenen darum, ihren ganzen Einfluss dahingehend geltend zu machen, dass sich die ARD auf ihren Grundversorgungsauftrag beschränkt.

In dem Brief heißt es ferner: „Kaum haben Verlage erste Bezahlmodelle entwickelt, um in einer für sie außerordentlich schwierigen Lage die journalistische Qualität weiter finanzieren zu können, drängt das öffentliche-rechtliche Fernsehen auf dasselbe Feld; allerdings mit einem Gratisangebot, das den Markt auf hochproblematische Weise verzerrt.

Bekanntermaßen müssen die Zeitschriftenverlage eine existenzielle Umbruchphase bewältigen. Sie müssen neue Geschäftsmodelle entwickeln und aufgrund der Einbrüche des Anzeigengeschäftes neue Finanzierungsquellen sichern. Genau diese Bemühungen werden durch die Bestrebungen der ARD tatsächlich erschwert.“

Fürstner verdeutlichte, dass sich die Bundeskanzlerin anlässlich der VDZ Zeitschriftentage im November 2009 auf die Seite der Verlage gestellt und Schutz vor Marktverzerrungen zugesagt hat. Dazu zählten nicht nur Werbeverbote, sondern auch gebührenfinanzierte Verdrängungsversuche. „Die ARD würde mit ihrem Vorhaben auch ihren Kurs fortführen, jeden neuen Medienkanal jenseits des Fernsehens zu besetzen“ so Fürstner, der auch mögliche rechtliche Schritte prüfen will.

 Mehr Informationen finden Sie hier



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